„Weiter vertrauensvoll gemeinsam in die Zukunft gehen ...

Die Pfarrer Björn Thiel (links) und Günter Witthake.

... wollen engagierte Christen aus der evangelischen und katholischen Gemeinde in Tecklenburg.

Nein, bei Null muss man nun wirklich nicht in der ökumenischen Zusammenarbeit anfangen. Das stellten beim Gesprächsabend im Rahmen der Tecklenburger Gespräche die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder fest. Aufgefordert, spontan einmal ökumenische Aktivitäten zu benennen, sprudelte es nur so aus den Anwesenden heraus. Nur einige Punkte seien genannt: Die Arche und die Gruppe „Glaube und Licht“, Lebendiger Adventskalender, Pfadfinder, Männerfrühstück in Ledde, Gräbersegnung in Leeden, der Chor Miteinander, Martinszug und Sternsinger, Osterfeuer, katholische Christen nutzen die evangelische Kirche in Ledde, ökumenische Gottesdienste etc.

Aber allein mit dem Blick auf bereits vorhandenes wollte man es nicht bewenden lassen. Am Ende des mit vielen Veranstaltungen, Gottesdiensten (auch auf der Tecklenburger Freilichtbühne) und sonstigen Aktivitäten gefeierten Reformationsjubiläums bleibt schließlich die Frage, was das alles letztlich für die konkreten Gemeinden vor Ort zu bedeuten habe. In seinem einführenden Referat hatte Pfarrer Günter Witthake auf die Notwendigkeit konkreter Schritte aufmerksam gemacht. Dabei darauf zu hoffen, dass die Kirchenleitungen aktiv werden, sei das eine, viel wichtiger aber, vor Ort selbst anzufangen, weiterzugehen, neue Schritte zu wagen. Die abschließende Diskussion erbrachte eine alle Anliegen des Abends umgreifende Zusammenfassung: „Gemeinsam vertrauensvoll in die Zukunft gehen!“

Unter der Moderation von Pfarrer Björn Thiel von der evangelischen Gemeinde wurden in intensiver Gruppenarbeit viele Punkte für gemeinsame Schritte benannt. Von ihnen stellten die Sprecher der Arbeitskreise die jeweils fünf wichtigsten Wünsche für die ökumenische Zukunft in Tecklenburg vor: der Bereich der regelmäßigen ökumenischen Gottesdienste, der Kanzeltausch ein evangelischer Pfarrer/Pfarrerin predigt im Gottesdienst der katholischen Kirche und umgekehrt) müsse intensiviert werden. Warum nicht auch in vielen Punkten eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit? Das wechselseitige Gebet für die Verstorbenen der zu Ende gegangenen Woche, der Hinweis auf wichtige Veranstaltungen der jeweils anderen Kirche müsste doch ohne große Schwierigkeiten organisiert werden können! Gewünscht werden auch verstärkt gemeinsame Aktionen der Kirchen im Bereich der Caritas und Diakonie. Überhaupt, die Sorge beider Konfessionen und ihr entsprechendes Engagement sollten immer mehr gemeinsam deutlich werden. Die Flüchtlingsarbeit ist dafür ein gutes Beispiel. Man war sich im Gespräch einig, dass dieser Bereich sehr ambitioniert sei- aber warum nicht auch Großes denken und wünschen? Die Teilnahme an der seit Jahren von beiden Kirchen durchgeführten „Ökumenischen Bibelwoche“ (für Erwachsene) dagegen könne problemlos 2018 durchgeführt werden. Die Liste der Ideen, Wünsche und Projekte könnte noch um vieles erweitert werden.

Lebhaft und mit großem persönlichem Engagement wurde diskutiert. Man forderte nicht nur etwas von anderen, sondern war zum Mittun bereit. Die Pfarrer sollen sich mit dem Bereich der Gottesdienste beschäftigen. Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde und der „Runde Tisch“ von Sankt Michael werden gebeten, ihrerseits sich mit diesen Fragen zu beschäftigen und eine aus ihrer Sicht notwendige Rangfolge zu benennen. Auch auf den bereits arbeitenden Ökumeneausschuss kommt viel konkrete Arbeit zu.

Mehr als zufrieden zeigten sich die beiden Pfarrer über den Verlauf des Abends. Es habe sich gelohnt zu kommen, man habe Begeisterung gespürt, war der Kommentar einiger Gemeindemitglieder. Bleibt die Frage, ob sich tatsächlich einige der Ideen künftig verwirklichen lassen. Die Hoffnung und die Bereitschaft zum Anpacken sind auf jeden Fall da.