Geistlicher Impuls für Montag, 23. März - Das Rosenkranzgebet

Ein bewährtes Notgebet, das inneren Frieden schenken und die Zuversicht stärken kann, ist das Rosenkranzgebet. Man kann es allein oder in Gemeinschaft beten. Die Perlen der Gebetskette erinnern auch an die Menschenkette derer, die in der Geschichte und heute wie durch ein unsichtbares Band im Gebet verbunden sind – über die ganze Welt hin.

 

Das „Gotteslob“ erklärt das Rosenkranzgebet: „Mitte und Ziel des Rosenkranzgebetes ist Jesus Christus, Gottes Sohn. Mit Maria schauen wir auf sein Leben. Sie hat Jesus gekannt wie kein anderer Mensch; sie hat ihn begleitet auf allen wichtigen Stationen seines Lebens – bis unter das Kreuz. An ihr wurde die Macht der Auferstehung sichtbar: Sie wurde aufgenommen in die Herrlichkeit Gottes – Zeichen der Hoffnung für die Kirche und für alle Menschen.

In den Gesätzen des Rosenkranzes – Sätze, die das „Gegrüßet seist du, Maria“ erweitern – betrachten wir die Geheimnisse des Glaubens. Die Wiederholung derselben Sätze schenkt innere Ruhe. Die Perlen des Rosenkranzes sind eine Hilfe zum Beten. (…)

 

Das Gebet des Rosenkranzes beginnt mit dem Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters…

 

Es folgt das Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen… (s. Gotteslob Nr. 3,4)

 

Ehre sei dem Vater…

 

Es folgt das Gebet des Herrn: Vater unser…

 

Nun werden drei „Gegrüßet seist du, Maria“ gebetet, die um folgende Bitten ergänzt werden:

 

… und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, der in uns den Glauben vermehre

 

… und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, der in uns die Hoffnung stärke

 

… und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, der in uns die Liebe entzünde.

 

Ehre sei dem Vater…

 

Nun beginnen die Betrachtungen der Rosenkranzgeheimnisse: Eingeleitet werden sie mit einem „Vater unser“. Ihm folgen jeweils zehn „Gegrüßet seist du, Maria“ mit der Einfügung eines Geheimnisses (z. B. „… und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist, empfangen hast“). Abgeschlossen wird jedes Gesätz mit dem „Ehre sei dem Vater…“ Die Betrachtung des nächsten Geheimnisses wird erneut mit einem „Vater unser“ eröffnet.“ (vgl. „Gotteslob“ S. 38/39)

 

Die Kirche kennt den „Freudenreichen Rosenkranz“, den „Lichtreichen Rosenkranz“, den „Schmerzhaften Rosenkranz“, den „Glorreichen Rosenkranz“, den „Trostreichen Rosenkranz“ und weitere.

 

Im Folgenden die Gesätze des „Schmerzhaften Rosenkranz“ und einleitende Gedanken dazu von Pfarrer Peter Kossen:

 

„...der für uns Blut geschwitzt hat.“

 

Jesus weiß, dass es ganz schwer wird und dass der Vater dieses Opfer von ihm verlangt. Er hat Angst. Angstschweiß tropft wie Blutperlen von seinem Haupt. Sein Leben war ein „Leben für“: für Gott, für das Reich Gottes, für die Menschen. Jetzt bittet er Gott, seinen Vater, inständig, ihm die letzte Konsequenz dieses Lebens zu ersparen. Aber fügt hinzu: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe“. Die Bibel bezeugt, dass ihm durch einen Boten Gottes Trost zuteil geworden ist. Gott bewahrt uns nicht vor dem Leid; er bewahrt uns im Leid.

 

„...der für uns gegeißelt worden ist.“

 

Die war die wohl grausamste Form der Prügelstrafe. Sie zerreißt die Haut am ganzen Körper. Nach den Demütigungen vor dem Hohen Rat und den Mächtigen soll nun körperlich die Persönlichkeit Jesu gebrochen werden. Jesus hatte die Menschen immer groß gemacht, seine Heilungen waren immer auch seelische Heilungen, bedeuteten Versöhnung der Menschen mit Gott, mit den Menschen und nicht zuletzt mit sich selbst. Jesus hat die Menschen gelehrt, aufrecht zu gehen.

 

„...der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.“

 

Vielleicht waren die Soldaten betrunken, wohl auch berauscht von ihrer eigenen Rohheit. Aber sie wussten doch, wer dieser Jesus war, dass er den Anspruch erhob, der König von Israel zu sein, der Messias, der Sohn Gottes. Demütigungen und Grausamkeiten wie die Dornenkrone setzen sie diesem Anspruch entgegen. „Wer von euch der erste sein will, der soll der Diener aller sein“, so hat Jesus gelehrt. Das gilt gerade im Dulden von Spott und Verachtung, sogar im Tod. Die Erlösung der Menschheit hat Jesus durch seine Menschwerdung und durch seinen Tod am Kreuz vollbracht.

 

„...der für uns das schwere Kreuz getragen hat.“

 

„...denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.“, so bekennen wir, und so ist es auch. Man kann leichter das Kreuz predigen, als es tragen. Unter der Last des Kreuzes – kann man da noch kluge oder fromme Gedanken entwickeln? – Das Kreuz ist blutig und sperrig und schwer. Es nimmt den Atem. „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten tragt, ich werde euch Ruhe verschaffen“, so hatte Jesus die Menschen eingeladen. Jetzt bricht er selbst mehrfach unter der unmenschlichen Last zusammen.

 

„...der für uns gekreuzigt worden ist.“

 

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?!“, so schreit Jesus am Kreuz. Und der, den er ruft, auf den er sein ganzes Leben und Arbeiten gesetzt hat, der befreit ihn nicht in letzter Minute aus der Hand der Gegner. Jesus stirbt am Kreuz. Er geht den Weg zu Ende. Aber so unfassbar, wie die Menschwerdung im Stall von Bethlehem, so unfassbar ist das neue Leben, das aus dem Tod aufersteht, aus der Grabhöhle des Josef von Arimathäa. Gott ist treu, er nimmt sein „Ja“ zum Menschen nie zurück. Nie fällt der Mensch tiefer als in Gottes Hände.