Meditation nach der Kommunion - Sommerkirche in St. Margareta

Es liegt in deiner Hand
anders zu handeln, die Welt zu verwandeln,
Hände zu reichen, ohne dich zu vergleichen,
Menschen zusammenzubringen,
gemeinsam Mauern zu überspringen.
 
Es liegt in deiner Hand
achtsam zu leben, Gastfreundschaft zu geben,
zu dir zu stehen, Hoffnung zu säen,
andern Brot und Licht zu werden,
gerecht zu leben auf Erden.

Sommerkirche 2019 - 7 Sonntage an 7 Orten

Sechste Sommerkirche in Maria Frieden, Lienen

Das hätte auch schief gehen können, ist es aber nicht!

Sie fragen warum? Nun, das war so: Bekanntlich steht die Kirche Maria Frieden für Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen seit kurzem wegen der Bauarbeiten für das neue Gemeindehaus nicht mehr zur Verfügung. Alles findet im alten Pfarrheim statt.

Die Vorbereitungen am Vortag der Sommerkirche gestalteten sich schwierig, hatten doch die Protagonisten Probleme mit der Technik. Ein Film zum Evangelium soll gezeigt werden. Damit steht und fällt die ganze Veranstaltung. Die vorbereiteten Texte sind für die Zuhörer kaum verständlich, wenn der Film nicht gezeigt werden kann. Es wollte einfach nicht gelingen, den Ton des Films auf den Lautsprecher zu bringen, den die Messdiener sonst für ihre Zwecke nutzen. Martin Licher hatte alles vorbereitet und gesagt: "Ihr müsst nur den Stecker in den Laptop stecken und schon läuft's". Von wegen, kein Ton war zu hören. Nach fast einer Stunde ratlosem Probieren half nur noch ein Anruf bei Martin: "Was machen wir falsch, wir bekommen den Ton nicht auf die Lautsprecherbox und auch sonst ist nichts vom Film zu hören." Martin, z.Z. mit den Messdienern in Rom, antwortete: "Ich kanns von hier nicht sagen, aber ich versuche Hilfe zu organisieren." Uns war es ja fast peinlich, aber wir waren dankbar, als nach 15 Minuten zwei Jungs von unseren Messdienern auftauchten und ruck-zuck das Problem lösten. "Die Kabelverbindung zum Lautsprecher ist wohl kaputt, wir versuchen es mal mit Bluethooth," sagte Louis  und nach ein paar Klicks in den Einstellungen des Laptops war auch der Ton da! Ein Stein fiel uns vom Herzen, der Vortrag von Karin Holtmeyer, Uta Degen-Igelbrink und Paul Lohmeyer konnte stattfinden. So kam schnelle Hilfe aus Rom - was ja nicht immer der Fall ist ;-)


Am Morgen des Gottesdienstes klappte dann auch alles auf Anhieb und der Saal im Pfarrheim an der Bergstraße füllte sich. Um 11.00 Uhr waren alle Plätze besetzt, einige Gläubige standen noch im Flur. Es waren wohl knapp 100 Personen, die dicht gedrängt den Willkommensgruß zum Gottesdienst von Pater Hürter lauschten. Alle wichtigen liturgischen Gegenstände waren vorhanden und Pater Hürter fühlte sich sichtlich wohl, wie viele andere offenbar auch, wie im Nachhinein zu hören war.
Das Thema des Gottesdienstes lautete: Jesus und die Sameriterin am Jakobsbrunnen (Joh. 4, 1-42) . Statt der sonst üblichen Lesung und die Verkündigung des Evangeliums, wurde ein Film zu dieser Bibelstelle gezeigt. Anschließend gingen die Vorgenannten näher auf das Thema ein und fragten: "Was ist Ihnen unklar geblieben? Welche Aussage haben Sie noch im Gedächtnis? Welches Wort hat hier eine tragende Rolle?" Engagiert und souverän brachten die Vortragenden der andächtigen Gemeinde das Thema näher. Zum Schluß wurde noch der Bogen zum Jahresthema "Einsamkeit" unserer Pfarrei geschlagen. Die Sameriterin hat die Einsamkeit, die Ausgrenzung erlebt. Jesus war an dieser Stelle der Therapeut. Was nützt es satt zu sein, wenn die Seele leidet?  "Erkenne ich solche leidenden Menschen auch in meinem Alltag?" Mit dieser Frage endete der Vortrag.


Antworten und Erklärungen können hier nachgelesen werden.

 

Die technischen Utensilien waren schnell weggeräumt und so konnte der Gottesdienst weitergeführt werden. Die Austeilung der Kommunion gestaltete sich in der unstrukturierten Sitzordnung etwas chaotisch, aber Pater Hürter war nicht aus der Ruhe zu bringen und unsere Organistin Monika Kather überbrückte die Zeit während der Kommunion meisterlich am E-Piano.  
Mit einem Dank an das Vorbereitungsteam und allen weiteren Beteiligten entließ Pater Hürter die Gemeinde zum anschließenden Buffet "Wir teilen was wir mitbringen" mit der Anmerkung: "So einen Film zum Evangelium könnten wir öfter mal anschauen, oder?" und sah viele Köpfe nicken. Ja, dachte ich - warum eigentlich nicht?

Heino Paulisch

Fünfte Sommerkirche in St. Michael, Tecklenburg

Nach dem Eingangslied `Komm her, freu Dich mit uns` begrüßte zunächst Pfr Kossen die Sommerkirchengemeinde und Herrn Kaplan Ernst Willenbrink und stellte ihn als neuen Ansprechpartner für Tecklenburg und Ledde vor. Herr Willenbrink wird, wie er selbst erklärte, ab September 2x in der Woche im Büro des Treffpunktes anzutreffen sein. Die genauen Zeiten werden noch bekannt gegeben.
 
Der anschließende Sommerkirchen-Gottesdienst wurde von 4 Frauen vorbereitet. Stellvertretend habe ich die Gemeinde begrüßt und eine kurze Einführung in das Thema gegeben. Nein, es sollte in diesem Gottesdienst nicht um das Thema `Frauen in der Kirche` gehen, womit wir uns in den letzten Wochen und Monaten viel beschäftigt haben.  Und doch haben wir überlegt: Haben Frauen aus dem Alten und Neuen Testament uns heute noch etwas zu sagen? Dabei sind wir auf Prophetinnen gestoßen. In der Regel denken wir ja zunächst an Propheten wie Jesaja, Jeremia und Jona. Doch es gab auch damals schon Prophetinnen, mutige Frauen, die ihre Stimme gegen ungerechte gesellschaftliche Zustände erhoben haben.

Die Prophetin Debora wurde uns von Annette Brinkmann-Lescher vorgestellt. Debora war die erste Prophetin und zugleich auch Richterin, eine im alten Testament einmalige Kombination.

Hulda war eine bedeutende Prophetin zur Zeit König Joschia, die nicht nur erkannt hat, dass der Tempel baufällig war, sondern dass auch der Glaube an den einen Gott verloren gegangen war. Elisabeth Fischer ging der Frage nach, was wir von ihr lernen können.

Mai Seippel führte aus, was uns das Evangelium sagen will, in dem die hochbetagte Hanna im Tempel auf das Kommen des Messias wartete und ihn im Jesuskind erkannte.

Debora, Hulda und Hanna: Können sie für uns Orientierung sein? Lesen Sie selbst die texte mit den jeweiligen Bibelstellen:

 

Debora

Hulda

Hanna

 

Auch heute noch braucht unsere Gesellschaft und unsere Kirche dringend Frauen und Männer, Prophetinnen und Propheten, Menschen, die einander zuhören, ermutigen, kritisieren und beraten: Menschen, die nicht wegsehen, sondern mutig gegen Ungerechtigkeiten ihre Stimme erheben. Wir sind gerufen, diese Gesellschaft und diese Kirche mitzugestalten. Wie ein Bischof einmal ermutigend sagte, um deutlich zu machen, dass auch wir Prophetinnen und Propheten sein können: `Ich kann mehr, als ich meine. Ich bedeute anderen mehr, als ich vermute. Und: Ich vermag Großes, weil Gott mich stark macht.

Besonders beeindruckend und kräftig war der Gesang der Gemeinde. Die meisten Lieder wurden von 2 Musikerinnen und einem Musiker mit Gitarren und Querflöte eindrucksvoll begleitet und die Orgel füllte mit ihrem kraftvollen Klang die ganze Kirche.

Nach dem Gottesdienst trafen sich die Gottesdienstbesucher zum Gemeindepicknick im frisch renovierten Treffpunkt.

Agnes Kortland

Sommerkirche in St. Margareta Lengerich

Die 4. Sommerkirche dieses Sommers wurde bei guter Beteiligung in St. Margareta Lengerich gefeiert. Mit dem Eingangslied: „ Eingeladen zum Fest des Glaubens“, wurde die Gemeinde auf das Thema des Gottesdienstes eingestimmt. Die Vorbereitungsgruppe, Dr. Alois Thomes, Ursula Podewin und Sabina Christoph haben sich Gedanken über „Gemeinsam statt einsam“ in Anlehnung an den lokalen Pastoralplan der Kirchengemeinde gemacht. Zunächst begann Dr. Thomes seine Gedanken mit einem hoffnungsvollen Zeitungsausschnitt des Vortages, wo von 70 neuen Gemeindemitgliedern in Seliger Niels Stensen die Rede war. Woran es liegen mag, ob Zuzüge oder gemeldete Rumänische Zeitarbeiter, sei dahingestellt. Die Statistiken sagen etwas anderes. Weniger Gottesdienstbesuche, Taufen, Erstkommunionen, Firmungen, Trauungen und mehr Beerdigungen.
Dieser Gottesdienst regte zum Nachdenken an. Das Gleichnis vom Festmahl aus dem Lukasevangelium 14, 13-24 wo der Gastgeber zu einem Fest einlädt, aber alle Ausreden haben und niemand kommt.  Selbst diese Geschichte können Kinder nachvollziehen, wie es sich anfühlt, wenn sie zum  Kindergeburtstag einladen und kein Kind die Einladung annimmt. Ebenso nachdenklich war der Text der Lesung aus der Apostelgeschichte 8, 26-39 wo sich der Diakon Phillippus und ein afrikanischer Kämmerer begegneten. Der Kämmerer las aus dem Buch des Propheten Jesaja, worüber Phillippus sich wunderte, ob er den Text wohl verstehen würde. Phillippus erklärte die Schrift worauf sich der Kämmerer taufen lies. Eine Begebenheit, die damals wie heute aktuell ist, wo wir zuhören müssen und Erklärungen brauchen um zu verstehen.

Im Gottesdienst wurde von der üblichen Reihenfolge abgewichen und das Evangelium vor die Lesung gestellt. Nach dem Gottesdienst war Zeit zur Begegnung und Austausch im Gemeindehaus beim
reichhaltigen Picknick.

Maria Beumer

 

Lesen Sie hier im Wortlaut:

Ökumenische Sommerkirche am Stiftshof in Leeden

Die Hitze der vergangenen Tage war noch zu spüren, als wir vom zum Glück schattigen Parkplatz auf dem Weg zur Remise am Stiftshof in Leeden waren. Die Plätze im Schatten der Remise waren schon alle besetzt, einige wenige in der Sonne, waren noch zu haben. Aber der Stiftshof war groß genug für weitere Sitzplätze und so entstand unter einem Baum schnell ein Seitenschiff mit Platz für etwa 20 Gottesdienstbesucher. Sommerkirche eben!

Die Musikgruppe „Stückwerk & Friends“ stimmte die versammelte Gemeinde instrumental auf das Thema des Gottesdienstes ein „Fest soll mein Taufbund immer stehen, ich will zum Herrn gehören“ und Pastorin Ulrike Wortmann-Rotthoff und Pfarrer Günter Witthake begannen die Feier zum Thema Taufe. „Ich singe das Lied aus dem Gotteslob besonders gerne, geht es doch um die Taufe, die wir als evangelische und katholische Christen gleichermaßen empfangen haben“, stellte die Pastorin fest. Heutzutage müsse niemand mehr umgetauft werden, wenn er den katholischen Glauben annehmen oder umgekehrt evangelischer Christ sein möchte. Und nein, sie sei nicht etwa „katholsk worn“, wie noch Marthas Urgroßmutter gefragt hätte, nein sie bliebe fest ihre evangelische Pastörske.

 

Herrlich, dachte ich, so schön kann Ökumene sein! Wir feiern gerne gemeinsam unseren Glauben, wir begegnen uns auf den Straßen, in den Geschäften, am Arbeitsplatz und sind Nachbarn, und doch gehen wir getrennte Wege. Wie lange feiern wir noch ökumenisch? Pfarrer Witthake äußerte die Hoffnung, dass sich die beiden christlichen Kirchen eines Tages vereinigen werden.

In ihrer Predigt ging Pfarrerin Wortmann-Rotthoff auf eine Kernbotschaft aus dem Evangelium ein und war sogleich bei einem gelben Zettel, der am Spiegel im Bad der Familie des Täuflings klebt und fragte Emil, was denn auf diesem Zettel steht, „vertragen“ antwortete der. Richtig, darum geht es im Leben! Vertragt euch, nicht nur in der Familie, unter Geschwistern oder den Eltern. Vertragt euch, überall im Dorf im Land und der ganzen Welt. Wobei, streiten darf man und das kann auch ganz heilsam sein. „Echt?“, hörte man Emil spontan fragen und löste ein amüsiertes Raunen in den Bänken aus. „Ja, echt!, aber vertragen ist das wichtigste“ antwortete sie.

 

Aber lesen Sie selbst hier die ganze Predigt.

 

Ein Gottesdienst „in Wort und Tat“, umgesetzt mit der Taufe eines kleinen Mädchens, so hieß es in der Ankündigung. „Getauft wird in Leeden mit Quellwasser“, so die Pfarrerin und verwies auf die Zisterzienser, die einst in Leeden ansässig waren. Die drei Geschwister des Täuflings füllten das in drei Flaschen abgefüllte Quellwasser in das Taufbecken, während die Pfarrerin es mit einem liturgischen Text weihte und danach die Taufe vollzog. Die Taufkerze des Täuflings wurde entzündet und zu denen der Geschwister gestellt. Nun sind es vier, oder sechs in der Familie. Ich weiß es nicht genau.

 

„Gut, dass wir einander haben, gut, dass wir einander sehn“ so sang die Gemeinde kräftig zum Schluss und weiter „Sorgen, Freuden und auch Kräfte teilen und auf einem Wege gehn“, während der Duft von leckeren Grillwürstchen über den Stiftshof zog.

 

Mit einer fröhlichen Stimmung entließen die beiden Geistlichen die Gemeinde, dankten den Organisatoren und der Musikgruppe für die Gestaltung des Gottesdienstes und forderten zum gemeinsamen Weg an das vorbereitete Buffet auf. Das letzte Wort von Pfarrer Witthake war nicht wie sonst üblich Amen, sondern Guten Appetit. Sommerkirche eben.

Heino Paulisch

Sommerkirche St. Christophorus

Schon auf dem Weg zur Kirche begegneten mir zwei Gottesdienstbesucher mit Behältnissen, die höchstwahrscheinlich das Buffet „Wir teilen was wir mitbringen“ bereichern sollten. Das angekündigte Picknick am Ende des Gottesdienstes schien also gesichert. Und so war es dann auch, dieses Mal sehr reichhaltig und schmackhafte Bratwürstchen, frisch vom Grill von Herbert Rosemann zubereitet, rundeten die Tafel ab. Aber da war zuerst der Gottesdienst.

 

Der Kirchenraum von St. Christophorus war bereits gut besetzt, ich fand aber hinten noch einen Platz und hatte so einen guten Überblick. Links von der Orgel stand eine große Leinwand, auf der das Thema dieses Gottesdienstes „Sundays for future“ zu lesen war. Die Musikgruppe ConTakt und der Christophorus-Singkreis hatten sich eingerichtet und waren bereit für die musikalische Begleitung der Gesänge. „Hm, sieht alles so aus wie immer...“, dachte ich bei mir. Was war jetzt das Besondere, mit dem mich der Besucher aus Ladbergen in Leeden am vergangenen Sonntag so neugierig gemacht hatte? Dann ging es los, die Musikgruppe ConTakt und der Christophorus-Singkreis stimmten das Lied an „Unter einem großen Himmel leben wir...“, die Gemeinde konnte den Text von der großen Leinwand ablesen und so kräftig mitsingen. Ein Lied, das in der Effeta-Jugendkirche in Münster wohl oft und gerne gesungen wird.

Die Bilder auf der Leinwand deuteten es an. Dort waren Schüler mit Transparenten zu sehen, die eindringlich auf den Klimawandel und deren Auswirkungen hinwiesen. Alexander Fenker bemerkte dann in der Einführung in das Thema, dass nun keine Zeit mehr für Ausflüchte und Entschuldigungen wäre, um sein eigenes Verhalten zu rechtfertigen. Sondern, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist. Vor gut einem Jahr initiierte Greta Thunberg aus Schweden weltweit die Bewegung „Fridays for Future“, die heute tausende Schüler auf die Straßen und Plätze treibt, um von den handelnden Politikern klimafreundliche Veränderungen zu fordern, damit sie auch in Zukunft unter erträglichen Bedingungen auf diesem Planeten leben können.

Aha, dachte ich, es geht um mich, um uns, die wir in der sogenannten ersten Welt leben. Lange genug hätten wir auf Kosten der Menschen gelebt, die wir auch heute noch als die Dritte Welt bezeichnen. Lange genug hätten wir genommen, was die Schöpfung zu bieten hat auf Kosten derer, die heute aus ihren Ländern flüchten, um bei uns ein besseres Leben führen zu können.

„Wie stehen wir als Christen zu diesen Fragen“, so fragte Alexander Fenker die Anwesenden, „müssten wir nicht in einem Streik Sundays for future treten?“ In einem Comic würden jetzt über den Köpfen der Leute in den Bänken viele Fragezeichen zu sehen sein. Natürlich waren die Fragezeichen nicht zu sehen, aber mein Rundblick erfasste doch viele fragende Gesichter.

Nach dem Kyrie sangen Annika und Felix das Lied „Wozu sind Kriege da“, das Udo Lindenberg schon 1981 geschrieben und gesungen hat. Alexander Fenker war sichtlich gerührt, vom Vortrag und der Grundbotschaft des Liedes, das Kriege und Unterdrückung nicht dem Wohl der Menschheit dienen, von den allermeisten nicht gewollt sind und doch stattfinden.

„Herr Präsident, du bist doch einer von diesen Herrn, du musst das doch wissen, kannst mir das mal erklärn...“ so sangen Annika und Felix und stellten all die Fragen, die Udo Lindenberg schon 1981 formulierte und die längst nicht ihre Berechtigung verloren haben. Bei YouTube finden sie die Originalfassung des Liedes. Die Eltern von Annika und Felix haben den Auftritt ihrer Kinder gefilmt und uns das Video zur Verfügung gestellt. Danke dafür!

Aber nicht nur Udo Lindenberg hat ein Antikriegslied geschrieben, auch Herbert Grönemeier forderte mit seinem Lied „Kinder an die Macht“, die Zukunft unserer Kinder nicht zu zerstören und ihnen ein Mitspracherecht, was ihre Zukunft angeht, zu geben. Alexander Fenker forderte gar ein Wahlrecht für Kinder: „Sie müssen die Welt mitgestalten dürfen, weil sie noch am längsten hier leben wollen und sollen! Also können wir fragen, fordern und diskutieren, welche Partei bereit ist, diese Idee in ihr Wahlprogramm aufzunehmen. Und wenn wir niemanden finden, der uns ernst nimmt, dann müssen wir vielleicht selbst eine Kinderwahlrechtspartei gründen.“

Im weiteren Verlauf forderte Fenker die Gemeinde auf, in einer sogenannten Murmelpredigt Fragen wie „Was kann ich tun, dass der Klimawandel verlangsamt wird?“ oder „Wo können erste Schritte sein?“ und „Wie kann ich Frieden vor Ort gestalten?“ zu diskutieren und die Ergebnisse auf die verteilten Zettel oder auf die vor dem Altar ausgelegte Papierbahn zu schreiben. Sogleich setzte mäßig lautes Gemurmel ein und viele Antworten wurden auf die Papierbahn geschrieben.

Eine Auswahl sehen Sie auf den Bildern.

So endete die Murmelpredigt zwar ohne konkrete Ergebnisse, die zum Wohle der Menschheit sofort wirksam würden, aber es schärfte die Sinne und das Bewusstsein der Diskutanten, dass wirklich die Zeit zum Handeln gekommen ist und alle aufgefordert sind, ihr eigenes Handeln im täglichen Leben zu überdenken und ggf. zu korrigieren.

Der Gottesdienst wurde von Pater Hürter wie gewohnt beendet und entließ die Gemeinde zum Picknick, die eilig dem Duft von frischen Grillwürstchen folgte.

Ich schaute mich noch ein wenig um, machte ein paar Fotos und las auf der Leinwand nochmals das Thema des Gottesdienstes „Sundays for future“ - Sonntage für die Zukunft - wird es davon mehrere geben, oder war dies ein einmaliges Ereignis? Die Frage bleibt offen.

Frau Beumker lud die zum Picknick gebliebenen Gäste zum ökumenischen Gottesdienst ein, der am 28. Juli an der Remise der Stiftskirche in Leeden gefeiert wird. Dort soll es auch ein anschließendes Picknick geben und bat darum, Salate und andere Leckereien mitzubringen, damit das Buffet „Wir teilen, was wir mitbringen“ stattfinden kann. Im Vorjahr war es wegen des ansässigen Imbisses auf dem Campingplatz „Regenbogen“ nicht möglich.

Ich werde dabei sein und schauen, ob das geklappt hat.

Heino Paulisch

Lesen Sie hier die Texte von Alexander Fenker

 

Annika und Felix "Wozu sind Kriege da"

Sehen Sie hier Annika und Felix mit dem Lied von Udo Lindenberg "Wozu sind Kriege da"

Sommerkirche St. Hedwig

Der Auftaktgottesdienst zur Sommerkirche 2019 gelang dank eines guten Vorbereitungsteams und Mitwirkung der Musikgruppe ConTakt in St. Hedwig, Leeden. Nach dem Eröffnungslied aus dem Gotteslob „Da wohnt ein Sehnen tief in uns ...“ begrüßte Kaplan Willenbrink die Gemeinde mit der Feststellung, dass die Sehnsucht nach Sommerkirche, nach Gemeinschaft im Gottesdienst mit Teilnehmern aus allen Gemeindeteilen, heute gestillt werden könne. Der Blick in die Runde ließ erkennen, dass Gemeindemitglieder aus Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg anwesend waren.

Michael Zumsande führte in das Leitthema „Einsamkeit“ ein und stellte fest, dass wir als Menschen trotz vielfältiger Kommunikationsmittel doch auch ein wenig einsam sind. In seinem Glaubenszeugnis, das er statt der Predigt des zelebrierenden Priesters hielt, reflektierte er seine eigene Wahrnehmung zu diesem Thema. So hat er für sich das kontemplative Gebet entdeckt, um  sich so in unserer hektischen Welt selbst zu finden, zur Ruhe zu kommen und zu erkennen, was ihn trägt: „Eine besondere Form des Gebets, des „Sich-Zurückziehens“, des Allein-Seins vor Gott, die ich kennengelernt habe, ist dabei das kontemplative (Herzens-)Gebet, eine Meditationsübung, wo es in erste Linie um Sammlung und Achtsamkeit geht. Eine Zeit der Stille vor Gott, in der ich ruhig werde, wo auch meine Gedanken ruhig werden sollen. Eine Gebetsform, die helfen soll, ganz im Hier und Jetzt zu sein, um Gott wahrnehmen zu können, meine Beziehung zu Gott, und Gott in mir spüren zu können.“

 

Michael Zumsande ließ die Zuhörer teilhaben an seiner Herangehensweise weltliche Einflüsse und christliche Überzeugungen zu harmonisieren. Mich hat das beeindruckt wie er versucht, Gott im täglichen Leben nicht aus den Augen zu verlieren. Ich habe gerne zugehört.

 

Und noch etwas hat mich angerührt. Nach der Kommunion sang und spielte die Gruppe ConTakt das Lied „Stell dir vor“, ein Lied, das sehr anrührt und Sehnsucht nach Veränderung wach werden lässt. „Stell dir vor, eine Kirche, die den Menschen versteht, eine Feier, in der dir nicht das Lachen vergeht, einen Glauben, der hält und befreit, irgendwann, vielleicht.“ Ein Lied, das anspornt, Veränderung nicht nur zu träumen, sondern aktiv herbeizuführen! Veränderung, die sehnlichst gewünscht, aber unterschiedlich ausformuliert wird und unsere Zukunft als Menschen und Christen schon jetzt beeinflusst.

 

Aus Anlass großer Schäden durch Unwetter in Teilen NRWs entließ Kaplan Willenbrink die Gemeinde mit dem Wettersegen1 zum anschließenden Picknick und bedankte sich bei allen aktiven Mitwirkenden für die Vorbereitung und Ausführung des Gottesdienstes. In den Bänken wurde kräftiger Applaus gespendet.

 

Der Slogan „Wir teilen, was wir mitbringen“ funktionierte wieder prima und alle wurden satt. Es ist schon erstaunlich, was die Spontanküche wieder alles auf den Tisch zauberte, vielen Dank dafür!

 

Manuela Brockmeyer und Anke Huth waren mit ihren fair gehandelten Produkten vor Ort und machten auf die Organisation mary’s meals aufmerksam, die sie für die nächste Zeit mit den Erlösen aus ihren Verkäufen unterstützen wollen. Mary‘s meals ernährt 1,25 Mio. Kinder mit einer täglichen Schulmahlzeit. Eine gute Sache, wie ich finde. Aber auch das Stöbern in den angebotenen Sachen lohnt sich immer wieder. So fand meine Frau einen praktischen, leichten Stoffbeutel für kleine Einkäufe oder sonstigen Kram, den man verstaut haben will. Für 15€/St. wird eine große, bunte Auswahl auch an den noch kommenden Terminen der Sommerkirche angeboten, die von den Frauen der Kfd Lengerich/Leeden angefertigt werden.

 

Das Wetter hielt, was im Wettersegen erbeten wurde und so konnten alle im Innenraum oder im Aussenzelt die mitgebrachten Speisen verzehren. Im Gespräch mit einem Besucher aus Ladbergen war zu erfahren, dass der Besuch der Sommerkirche am 21. Juli in St. Christophorus sich lohnen würde und nicht das Thema Einsamkeit behandelt, sondern die Zukunft. Ich bin gespannt und werde dabei sein.

 

Heino Paulisch

 

1 Der Wettersegen ist ein liturgisches Gebet der Kirche um den Beistand Gottes zur Abwehr von Unwettern. Es ist Ausdruck der Sorge um das tägliche Brot.

 

Lesen Sie hier das Glaubenszeugnis von Michael Zumsande und das Lied "Stell dir vor" im Wortlaut.

Hier einige Fotos

 

Sommerkirche 2018 - 7 Sonntage an 7 Orten

15. Juli 2018 - St. Hedwig, Leeden

Predigt

von Inge Zumsande

 

22. Juli 2018 - Regenbogen Campingplatz, Leeden

Predigt

von

Pfarrer Peter Kossen

 

29. Juli 2018 - St. Christophorus, Ladbergen

Ansprache

von Alexander Fenker

 

 5. August 2018 - Maria Frieden, Lienen

Bericht

von Heino Paulisch

 

12. August 2018 - St. Margareta, Lengerich

Hinführung zum Thema

Ansprache

von Dr. Alois Thomes

 

19. August 2018 - St. Michael, Tecklenburg

Gastfreundschaft in der Bibel

Mai Seippel

Willkommenskultur - Beispiel

Agnes Kortland

 

26. August 2018 - Gemeindewallfahrt nach Telgte

Bericht

von Daniel Narberhaus

Sommerkirche 2017 - 6 Sonntage an 6 Orten

Sommerkirche in St. Michael

Die Sommerkirchen-Serie 2017 wurde in St. Michael Tecklenburg begonnen. „Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören,“ nach diesem Eingangslied begrüßte Pfarrer Günter Witthake etwa 80 Besucher in ökumenischem Sinne. So waren auch das Thema des Gottesdienstes und die Predigt ökumenisch geprägt, die trotz aller Unterschiede in Tecklenburg besonders intensiv gelebt wird. Das Glaubenszeugnis von Hans Martin Lagemann, der über 30 Jahre in den Ledder Werkstätten wirkte und auch heute noch in der Arche tätig ist, öffnete dann auch die Herzen der Zuhörer mit dem Bibelwort, das der kranke Apostel Paulus nach dreimaligem Flehen um Heilung, von Gott hörte: „Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Kor 12, 9) In dieser Gottesoffenbarung strahlt das ganze Evangelium auf: Lahme und Blinde, Schwache und die am Rande stehenden Menschen, wird Gottes Macht zugesprochen.

Diakon Lagemann wird konkret und spricht über Schicksale von Menschen, die er kennt und die sehr wahrscheinlich auch viele der Zuhörer kennen. Die Rede ist von Christoph, der in den Ledder Werkstätten arbeitete und viel zu schnell verstorben ist. Die Familie schrieb in der Todesanzeige: Er hat unser Leben veredelt.

Oder die junge Frau, die auf dem Weg zur Schule von einem LKW überfahren wurde und schwerste Verletzungen davontrug. „Als eine Abiturientenklasse aus Mettingen in unsere Werkstätten kam, bitte ich diese junge Frau, ihren Lebensweg zu beschreiben. Sie nennt viele Operationen, die ihren körperlichen Zustand verbessern sollten. Trotzdem muss sie für immer im Rollstuhl sitzen. Sie kann nicht so schlafen wie wir, weil ihr Schlafzentrum beschädigt ist. Aber sie schreibt Kurzgeschichten und malt Pferdebilder. Und dann ihr Schlusssatz: „Eigentlich bin ich Gott dankbar, dass ich behindert bin, denn dadurch bin ich ihm näher!“

Zwei unterschiedliche Personen, die trotz körperlicher Schwäche andere Menschen zum Nachdenken gebracht haben. Nicht durch viele Worte, sondern durch die Art und Weise, wie sie ihre Behinderung angenommen haben.

Ein Musterbeispiel ist Christian. Bei seiner Geburt war das Gehirn zu lange mit Sauerstoff unterversorgt. Die Folge ist eine totale spastische Lähmung und ein Leben im Rollstuhl. „Seine strahlenden Augen werde ich nie vergessen, obwohl er gefüttert werden muss und umfassende Versorgung mit intensiver Betreuung nötig ist. Als ich ihn fragte wie es ihm geht, antwortete er: „Mir geht es gut!“

Das ist doch gelebte Gnade, die Paulus uns zuspricht und die uns von Menschen vorgelebt wird, die wir oft als Behinderte abstempeln.“

 

Herr Lagemann führt noch einige andere Beispiele auf und hält die Aufmerksamkeit der Zuhörer weiter aufrecht. So sind Zitate von Bodelschwingh und Luther zu hören und letztlich seine eigene Hoffnung, dass das reformatorische Spektakel am 17. September 2017 auf der Tecklenburger Freilichtbühne ein Auftakt wird, wo wir gemeinsam nachdenken, was uns eint und nicht, was uns trennt.

Herr Lagemann schloss mit einem Lutherzitat: Die Kirche braucht eine Reformation. Sie ist aber nicht die Angelegenheit nur des Papstes, noch der Kardinäle. Es ist eine Angelegenheit der ganzen Christenheit. Danach sprach er das Gebet der Gemeinschaft Chemin-Neuf:

“ Herr Jesus Christus,

du hast gebetet, dass alle eins seien.

Wir bitten dich um die Einheit der Christen,

so, wie du sie willst,

und auf die Art und Weise, wie du sie willst.

Dein Geist schenke uns, den Schmerz der Trennung zu erleiden,

unsere Schuld zu erkennen, und über jede Hoffnung hinaus zu hoffen.

Amen ”

 

Die Gemeinde spendete spontan Applaus, was sonst nicht üblich ist. Pfarrer Witthake klagte mit einem Augenzwinkern: „Ich bin jetzt über 40 Jahre Priester, aber Applaus gab es noch bei keiner Predigt.“ Er dankte Hans Martin Lagemann für sein überzeugendes Glaubenszeugnis und überreichte ihm ein Buch mit dem Titel „Fundsache Luther“ und wünschte eine spannende Lektüre.

Zusammen feierten die Besucher die Eucharistie und sprachen gemeinsam, Hand in Hand, das Vater unser. Der Friedensgruß fehlte nicht und durch den Kirchenraum zog ein fröhliches Raunen.

Pfarrer Witthake entließ die Gemeinde mit dem Schlusssegen und dem Hinweis, dass auch diejenigen zum anschließenden Buffet eingeladen wären, die nichts mitgebracht haben. Das nahmen die Besucher (glaube ich) aufatmend zur Kenntnis.

Am Ausgang hielten die Bewohner der Arche noch eine kleine gestrickte Socke bereit. Sie sind Hosentaschengebete mit der Botschaft: Vollende dein Volk in der Liebe.

Danke für diesen schönen Gottesdienst und das anschließende reichhaltige Buffet.

Heino Paulisch

 

Fotoalbum Sommerkirche 2017

Sommerkirche St. Margareta

Sommerkirche in St. Margareta

„Dab dab dabe du da-dab, dab dab dabe du da!“ Na, das kann ja heiter werden, dachte ich, als die Musikgruppe „Lichtblick“ das Eingangslied zum zweiten Gottesdienst unserer Sommerkirche anstimmte. Zögernd, aber dann kräftig, sang die Gemeinde mit: „Wir wollen aufsteh’n, aufeinander zugeh’n, voneinander lernern, miteinander umzugeh’n“, ich sah wippende Füsse und mitschwingende Schultern in den Bänken „Aufsteh’n, aufeinander zugeh’n und uns nicht entfernen, wenn wir etwas nicht versteh’n.“ So wurde die Aufmerksamkeit der bunten Christenschar nach drei Liedstrophen schon auf einen hohen Level gebracht, als plötzlich Hufgetrappel in die Stille des Kirchenraumes drang. Herein stürmte ein Friedensreiter (leider ohne Pferd) und verkündete der verblüfften Gemeinde, dass nach 30 langen Jahren Krieg nun endlich Frieden eingekehrt sei.

Als der Friedenreiter seine Botschaft verkündet hatte und sich wieder „auf sein Pferd schwang“, war eigentlich schon jedem klar, welches Thema sich das Vorbereitungsteam  für den Gottesdienst ausgewählt hatte.

 

Suche Frieden, so heißt das Leitwort des nächsten Katholikentages in Münster. Die Gemeinde hörte eine Einführung zum Thema, welches dann im Mittelpunkt des Familiengottesdienstes stehen sollte.

Aber die Gemeinde war nicht zu einer Geschichtsstunde zusammen­gekommen, sondern zum Gottesdienst und wollte mit diesem geschichtlichen Aufhänger der Frage nachgehen, was Frieden heute für uns in der Welt, aber auch für uns ganz persönlich bedeutet. Jeder kennt die Alltagssituationen mit Kindern, Familie, Nachbarn und Öffentlichkeit.

Hier ein Beispiel:

A:     Das Polizeiauto wollte ich haben.

B:     Ich habe das jetzt.

A:     Ich habe aber zuerst gesagt, dass ich es haben will.

B:     Nahein.

A:     Gib es jetzt her. Los!

B:     Lass mich. Das ist meins! Mamaaaaa!


Nach einigen beeindruckenden Beispielen mehr, wurde jedem klar, worum es ging. Frieden haben und Frieden stiften hat immer mit Nachgeben zu tun, auf beiden Seiten!

 

Die Gruppe „Lichtblick“ spielte Lieder wie „Friedensnetz“ und „Tausend Jahre“, die gerne mitgesungen wurden. „Wir knüpfen aneinander an, wir knüpfen aufeinander zu, Shalom, shalom!“ oder „Tausend Jahre wie ein Tag, was auch kommen mag, du weißt um mich …“ so klang es aus dem Hintergrund. Stimmen und Instrumente der Gruppe „Lichtblick“ nahmen die Gemeinde mit und begleiteten das Thema des Gottesdienstes bis zum Schluss.

Der Friedensgruß, den wir Christen uns nach dem Vater unser geben, fiel ebenfalls ungewöhnlich aus. Statt des Händedrucks und des Ausspruch’s: „Der Friede sei mit dir“, wurde eine Weltkugel durch die Bänke gereicht, als Symbol und Bitte für Frieden für die ganze Welt. Ein starkes Zeichen, die Welt in unserer Hand! Ja, tatsächlich, wir sind es, die für Frieden in und für die Welt sorgen müssen. Wir können unseren Gott um Mut und Stärke bitten, aber tun müssen wir es schon selber!

So ging dieser sommerkirchliche Gottesdienst zu Ende und die Gemeinde stimmte das Patronatslied von St. Margareta an: „Patronin wir dich ehren, Sankt Margareta rein. Dein Vorbild mög‘ uns lehren, dein Beistand Schutz verleih’n.“ Der Refrain wurde zum Patronatsfest am heutigen Tag besonders kräftig gesungen: „Heil’ge Margareta, himmlische Patronin steh uns bei und hilf uns treu, dass uns Gott barmherzig sei!“

Mit zufriedenen Gesichtern strömten die Besucher den Ausgängen entgegen, um sich dann am bereitgestellten Buffet wieder zu versammeln, zu laben und in Gesprächen zu vertiefen. Das Wetter spielte mit und so war ein fröhliches Beieinander im und um das neue Gemeindehaus möglich.

Wieder ein Gottesdienst in unserer Sommerkirche mit ungewöhnlichen Elementen, die bereichernd wirkten, zum Nachdenken anregten und vielleicht auch unsere eigene Sensibilität für Friedenstiftendes beeinflusst hat.

 

Danke allen, die diesen Gottesdienst vorbereitet und durchgeführt haben.

Ich habe euch gerne zugehört.

23. Juli 2017, Heino Paulisch

 

Fotoalbum Sommerkirche 2017

Sommerkirche St. Christophorus

Die dritte Sommerkirche in St. Christophorus Ladbergen wurde wieder von vielen Gottesdienstbesuchern gut angenommen. Anlässlich des Patronatsfestes stand der Christusträger als Thema im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Nach der Begrüßung von Pfr. Kossen und Pater Hürter wurde die versammelte Gemeinde aus dem Kirchenraum in den Innenhof zum Christophorus gebeten. Dort verlas Pater Hürter die Legende vom Heiligen Christophorus und wie die Gemeinde zu der Namensgebung kam. Nachdem sich die Gottesdienstbesucher wieder im Kirchenraum einfanden schilderte Elke Matyssek im Verlauf der Messfeier wie die Gemeinde zur Namensgebung gekommen sein könnte.

Als 1945 die ersten katholischen Flüchtlinge in das evangelische Ladbergen kamen, beladen mit allem was Krieg, Flucht und Vertreibung bedeutet, suchten sie auch Heimat im Glauben. Sie bekamen zur damaligen Zeit viel Unterstützung von den evangelischen Mitchristen. 1961 wurde die erste Notkirche am Tannenhof eingeweiht. Heute steht die neue im Jahre 1980 eingeweihte Kirche an der Waldseestraße. Als eigene Gemeinde sollte der Namenspatron in Beziehung zu den Vertriebenen stehen. Sie wollten, dass nach Tod, Leid, Dunkelheit das Leben wieder erwachen sollte, so wie der tote Stecken des Christophorus durch liebenden Dienst an Hilfsbedürftigen und dem göttliche Kind zum Blühen gekommen war. Was damals an Weggemeinschaft gewachsen war, hat bis heute Bestand und trägt die Hoffnung für morgen. Christophorus, der Wanderer in der Welt und zwischen den Welten.

Fürbitten wurden in Murmelgruppen von den Mitfeiernden formuliert und vorgetragen zu den Gedanken:

  • Wie kann ich heute Christus zu den Menschen tragen?
  • Wie helfe ich Anderen?
  • Wie kann ich in meinem Umfeld christlich handeln?

Zum Abschluss erteilte Pastor Kossen den Christophorus-Segen und die Gemeinde sang als Schlusslied das Christophorus Lied.

Nach dem Gottesdienst stärkten sich die etwa 100 Besucher am reichhaltigen und leckeren Mittagbuffet bei guten Gesprächen und netten Begegnungen.

30.07.2017, Maria Beumer

 

Fotoalbum Sommerkirche 2017

Sommerkirche Campingplatz "Regenbogen"

Der Mann an der Schranke winkte uns zu. Meine Frau und ich suchten einen Parkplatz. „Sie wollen doch sicher zur Kirche,“ stellte er lächelnd fest. Wir nickten und er öffnete die Schranke. „Fahren Sie nach links, dort machen wir einen provisorischen Parkplatz auf, nur bis ganz nach oben können wir Sie nicht fahren lassen.“ Welch passender Vergleich zum Thema des Gottesdienstes, wie sich noch herausstellen sollte.

Wir folgten dem schwarzen Pfeil auf dem Schild „Gottesdienst 11.00 Uhr“ und fanden eine feste, überdachte Bühne vor, auf der die Vorbereitungen zum Gottesdienst im Gange waren.

Pfarrer Kossen sprach dann von der Vorläufigkeit unseres Seins. Nichts ist für immer verfügbar, obwohl es immer da war. Gott ist für uns nicht beliebig verfügbar. Er ist da, in der Weise des Vorübergehens. Niemand „hat“ ihn.

Da fiel mir der Mann an der Schranke ein. Ein Moment des Vorübergehens, „fahren Sie nach links, dort finden Sie einen Parkplatz“ sagte er. Toll, den hatte ich vor dem Gottesdienst nicht und nach dem Gottesdienst würde ich ihn wieder verlassen müssen. Aber ich hatte ihn vorübergehend.

Im Evangelium des heutigen Tages erzählt Matthäus von der Wanderung Jesus auf einen hohen Berg. Bei ihm sind die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes. Auf dem Berg werden Sie Zeugen einer Erscheinung. Sie sehen Jesus im Gespräch mit Mose und Elija. Petrus scheint beeindruckt von der Vollkommenheit dieses Moments. „Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.“ Petrus möchte diesen Moment haben, weil er so vollkommen ist. Aber Gott ist nicht verfügbar. Jesus weiß das! Wir Menschen heute erfahren es täglich. Manchmal fühlen wir uns Gott so nah, wie heute beim Gottesdienst „… dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt.“ Aber manchmal ist er so fern, wir spüren ihn nicht in einer so scheinbar gottlosen Umwelt. Dann ist es schwer, Gott zu finden, der uns Halt gibt und unsere Haltung im täglichen Leben prägt.

Diese Stunde auf dem Campingplatz war wie das tägliche Leben. Gott war Anlass und Zweck der Versammlung von Christen. Es fehlten die schützenden Mauern der Kirche. Viele Eindrücke, die von Auge, Ohr und Nase rund um den Ort des Geschehens wahrzunehmen waren, lenkten ab, störten die Konzentration. In unseren Kirchen sind wir geschützt vor störenden Einflüssen und können uns voll auf Gott konzentrieren. Fehlten die Mauern wirklich? Ich finde, so ein Gottesdienst im Freien kann unsere Sinne schärfen. Die Nebengeräusche umgeben uns tagtäglich und wenn wir es schaffen, sie in den Hintergrund zu drängen, dann können wir Gottes Gegenwart besser erkennen und uns auf das Wesentliche konzentrieren.

Ich habe mich in dieser Stunde mit anderen davon überzeugt. Er ist da, Er ist für uns da, Er ist mitten unter uns! Eine Erfahrung die Gewissheit ist, aber eben nicht beliebig verfügbar nach meinem Geschmack.

Zufrieden wandte ich mich wieder meinem Alltag zu und verließ den mir zuvor zugewiesenen Parkplatz. Ein Platz der da ist, aber eben nicht verfügbar nach Belieben.

Nächstes Mal werde ich einen anderen Parkplatz finden.

 

Pfarrer Kossen dankte den Messdienern, der Musikgruppe, die sich spontan für diesen Gottesdienst fand, Sr. Marietheres und Frau Geretzki für die Vorbereitung und Begleitung sowie Frau Barlag für die Örtlichkeit und das gute Wetter. Zu guter Letzt begrüßte er Frau Carolin Wessels, die am 1. August ihren Dienst als Pastoralreferentin im Seelsorgeteam angetreten hat. Ich denke, wir werden bald von ihr hören.

6.8.2017, Heino Paulisch

 

Fotoalbum Sommerkirche 2017

Sommerkirche Maria Frieden

Manchmal ist man auf Hilfe angewiesen. Dann gelingt, was man sich vorgenommen hat, nur mit der Hilfe anderer. So ist es auch dieses Mal. Ich konnte nicht sein, wo ich hätte sein wollen. Andere, unvorhergesehene Ereignisse forderten meine Präsenz und Aufmerksamkeit anderswo. Dann ist gut, wenn man weitere Augen und Ohren „zu Hause“ gelassen hat. So haben meine zweiten Augen die hier eingestellten Fotos gemacht und meine weiteren Ohren vernahmen die gesprochenen Worte.

 

„Auf dem Weg“, so das Motto des Gottesdienstes in Maria Frieden. Im Mittelgang der Kirche waren in einer langen Reihe Egli-Figuren aufgestellt. Für jede Gemeinde eine Gruppe. Alle waren sie auf dem Weg zu Jesus, der ihnen mit ausgebreiteten Armen entgegensah.

Um die Zeit, als die Gemeinde sich auf den Gottesdienst einstimmte, war ich auch auf dem Weg, auf der A1 bei Hamburg. Meine Gedanken waren schon in Lienen und ich war gespannt, was meine zweiten Augen und Ohren wohl zu sehen und zu hören bekommen.

 

Wie bei allen bisherigen Gottesdiensten der Sommerkirche fiel auch dieser aus dem üblichen Rahmen. Zum Kyrie wurden Fragen gestellt, die sich jeder vielleicht schon selbst gestellt hat. „Herr, ich frage mich, wie bin ich auf meinem Lebensweg unterwegs: Stolpere ich manchmal über Steine, die auf meinem Weg liegen? Befinde ich mich in einer Sackgasse? Führt mein Weg ins Licht? In diesem besonderen Gottesdienst, hatte wohl jeder andere Antworten.

Die einfühlsame musikalische Begleitung unserer Organistin am Keyboard vom Altarraum aus und die Lieder „Vertrau den neuen Wegen“, „Zeige uns den Weg“ oder „Durch das Dunkel hindurch“, verstärkten die besondere Stimmung.

Anstelle der Lesung wurde die Geschichte des Hundes Jennie, der buchstäblich die „Schnauze voll“ hatte, vorgetragen und ließ die Zuhörer nachdenklich werden. „Es muss im Leben mehr als alles geben,“ dachte Jennie und lief davon. Eine Schlussfolgerung voller Widersprüche: Kann es denn noch mehr als alles geben? Lebe nicht am Leben vorbei! Das Wichtigste kannst du dir nicht verdienen. Du kannst es dir nur schenken lassen und dankbar annehmen.

Die Fürbitten kamen aus der Bank heraus. Eine davon: „Herr, hilf uns, dass wir nie von deinem Weg abweichen.“ Eine Bitte, die nicht immer leicht zu befolgen ist. Ich weiß es, viele andere sicher auch.

Zu leisem Orgelspiel wurde das Gedicht „Sternstunde“ von Ruth Heil vorgetragen. Ich kannte es nicht, aber es rührt mich an, nachdem ich es gelesen habe.

Gänsehaut wird mancher gehabt haben, als das Lied „Vergiss es nie / I Got You“ erklang: „Vergiss es nie, dass du lebst war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir. Vergiss es nie, dass du lebst, war eines anderen Idee, und dass du atmest ein Geschenk an dich. Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du, das ist der Clou. Ja, du bist du.“

All dies geschah, während ich mich auf der A1 Richtung Heimat bewegte und bin froh, dass meine zweiten Augen und Ohren mir davon berichten konnten. Danke an mein Auge Cornelia und mein Ohr Irmgard. Ich wäre wohl genauso begeistert gewesen von diesem Gottesdienst der Sommerkirche, wie ihr, wenn ich dabei gewesen wäre.

 

Nach dem Schlussgebet erwartete die Gemeinde ein reichhaltiges Buffet, das gerne angenommen wurde. Am Ausgang bekam jeder Besucher einen kleinen runden Stein, der mit verschiedenen Motiven bemalt ist. Mein Schwager schenkte mir seinen mit einer Blume. Danke, so bin ich fast selbst dabei gewesen.

13.08.2017, Heino Paulisch

 

Gebet "Sternstunde" und die Geschichte vom Hund Jennie, sowie das Lied "Vergiss es nie" mit vollen Text zum Nachlesen.

 

Fotoalbum Sommerkirche 2017

Sommerkirche St. Hedwig

Sonntags fängt der Tag bei uns etwas später an. Noch am Frühstückstisch hörten wir, wie das Glockengeläut von Maria Frieden zum Gottesdienst rief. Wir schauten uns fragend an: „Wenn wir jetzt gehen, kommen wir nicht zu spät“. „Nein“, sagte meine Frau „Du wolltest nach Leeden zur Sommerkirche“. „Ja, stimmt“, sagte ich. Und so machten wir uns auf den Weg nach Leeden und widerstanden der verlockenden Nähe zu unserer heimischen Kirche.

 

Die Reihen der Kirchenbänke in St. Hedwig waren gut besetzt und ich erkannte Gesichter aus Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg. Die Musikgruppe conTakt spielte sich mit dem Lied „Cantai ao Senhor“ ein. Spätestens nach dem Lied wurde jedem, der die Vorankündigung in der WN nicht gelesen hatte, klar, welches Thema der Gottesdienst haben würde. Die Hinführung zum Thema räumte letzte Zweifel aus. Brasilien, Steffi Langkamp und ihre Projekte „Casa Dia“ ein Drogenrehabilitations­zentrum und „Kinder des Himmels“ in Arraial, wurden mit Bildern und Texten vorgestellt. Diese Projekte werden seit vielen Jahren von St. Hedwig in Leeden unterstützt.

Für mich in der Kirchenbank ein Thema, mit dem ich in meinem Alltag nicht viel zu tun habe und deshalb aufmerksam dem Glaubenszeugnis von Maria Beumer folgte. Brasilien steht für mich und viele andere für Fußball, Weltmeisterschaft, Zuckerhut, volle Strände, ausgelassenes Leben und soziale Unruhen. Eben das, was uns über die Medien täglich vermittelt wird. Aber das Leid durch Drogen und der elende Alltag der Straßenkinder ist nicht so präsent. Hier hörte ich von Menschen, die durch den Einsatz ihrer Lebenszeit, eigenen und gespendeten finanziellen Mitteln, beseelt sind, Drogenabhängigen und Straßenkindern eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen. Menschen wie Steffi Langkamp und ihre Mutter Hiltrud, Casa Dia-Gründer Flávio, die Mäusegruppe, die kfd und viele, viele andere Unterstützer. Die Kollekte war bestimmt für die Projekte in Brasilien und ich ließ es im Klingelbeutel statt klingeln, wie viele andere auch, gerne ein wenig rascheln.

 

Einen schönen Vergleich brachte die Musikgruppe conTakt mit dem Lied „Mandacaru“ einem Kaktus, der in der Wüste trotz lebensfeindlicher Umgebung Blüte und Schönheit hervorbringt. In den Wüsten der Schöpfung funktioniert das irgendwie von ganz allein. In den vom Menschen geschaffenen Wüsten bedarf es jedoch der Nachhilfe.

Danke allen, die uns das in diesem Gottesdienst vor Augen geführt und etwas nähergebracht haben. So klang auch der sechste und letzte Gottesdienst der Sommerkirche 2017 mit einem reichhaltigen Buffet und fröhlicher Stimmung aus. Am nächsten Sonntag höre ich dann wieder auf den Ruf meiner heimatlichen Kirche.

20.08.2017, Heino Paulisch

Fotoalbum Sommerkirche 2017

Fotoalbum "Casa Dia"

Fotoalbum "Himmelskinder"

Texte zum Gottesdienst