Aktion "Friedhofspflege" der HAG-Oberstufe im Projekt "Sozial Genial"

Gruppenaufnahme der HAG-Schüler mit Kursleiterin Studienrätin Kira Horstkotte (4.v.re.) bei der Aktion "Friedhofspflege" auf dem katholischen Friedhof St. Margareta in Lengerich

Schüler*Innen reinigen am 05. Juli 2024 Gräber auf dem Friedhof St. Margareta

Pressebericht

HAG-Schüler arbeiten „Sozial Genial“ auf dem Friedhof St. Margareta

Es war die Initiative der Mathematik- und Pädagogik-Lehrerin Lisa Dellbrügge, die im letzten Jahr Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe „E“ des Hannah-Arendt-Gymnasiums dazu bewegte, eine Pädagogik-Doppelstunde mit Gräberpflege auf dem Katholischen Friedhof St. Margareta zu verbringen. Daran anknüpfend fanden sich diesmal die Pädagogik-Grundkurs-Absolventen im Jahrgang „Q“ um 8:30 auf dem Friedhof ein, um sich von Pfarrer Peter Kossen in das Thema „Friedhofspflege und Friedhofskultur“ einführen zu lassen.

Viele waren erneut dabei, doch waren es diesmal einige Helfer weniger, da auf Grund zeitgleich stattfindender Ehrungen in der Schule nicht alle teilnehmen konnten. Kossen verwies auf die 12 Kriegsgräber auf dem Friedhof, was Studienrätin Kira Horstkotte, Leiterin des diesjährigen Kurses im Rahmen des Projektes „Sozial Genial“, als glückliche Fügung sah, da als nächstes Kursthema „Erziehung im Nationalsozialismus“ auf dem Lehrplan stünde. Ausgerüstet mit Hacken, Harken, Schaufeln und Eimern machte sich der Kurs an die Arbeit, die Gräber von übermäßigem Bewuchs und altem Laub, ausgeblühten Gestecken und abgebrannten Kerzen zu befreien. Auch Kira Horstkotte packte kräftig mit an, wohingegen einige Kursmitglieder erst deutlich später hinzukamen, da sie sich per Bus zum evangelischen Friedhof hatten fahren lassen und zu Fuß zurücklaufen mussten.

Diese Friedhofsaktion sei die letzte Doppelstunde vor der heutigen Zeugnisvergabe, gab Veronica Kazancev zu Protokoll. Da mache man sinnvolle Friedhofsarbeit gerne. Dem Unterricht können viele unmittelbar vor Zeugnisvergabe ohnehin nur schwer folgen, beschrieb sie ihre Eindrücke unter beipflichtendem Nicken einiger Mitschüler. Kacancevs Eltern waren vor 22 Jahren von aus Russland aus nach Lengerich gekommen. Dort sei die Friedhofskultur auf Grund der überwiegend orthdoxen Glaubensüberzeugung anders, summierte sie ihre Beobachtungen. Das bestätigte die Muslimin Yagmur Erdagi auch für die Türkei als Herkunftsland ihrer Eltern, und Katholikin Magdalena Kozikowska für Polen. Dort würden viele Gräber mit Bildern der Verstorbenen versehen. Vor allem die Tatsache, dass Gräber hierzulande oft in parkähnlichen Anlagen angelegt seien und statt mit Stein- oder Sandbelag begrünt und bepflanzt werden sei auffallend. Das wäre schön, würde aber auch Arbeit machen, wie an vielen der nachlässig behandelten Grabstellen abzulesen sei. Außerdem sei es bedauerlich, dass die Grabstellen, anders als in der Türkei oder in Polen, wo sie aus unterschiedlichen Gründen langfristig oder auf Ewig Ort der Erinnerung und Begegnung blieben, hier nur für einen relativ kurzen Zeitraum gekauft oder gepachtet würden.

 

Neue Methoden, die Gräber z.B. per QR-Codes mit Online-Erinnerungsdaten auszustatten fanden einige männliche Mithelfer auch nicht zielführend. Da sei es schöner, sich an einem natürlichen Ort der Liebsten zu erinnern. „Irgendwie komisch ist es schon, mit Freunden auf dem Friedhof zu sein“, empfand Jaqueline Kröger die Situation. Da erwarte man, dass es immer irgendwie traurig und still zu sein hat, wunderte sie sich über die wider Erwarten lockere Atmosphäre. Tot gehört eben auch zum Leben ergänzte sie und da ist es gut, dass ihre Jahrgänge das machen würden und nicht kleinere Kinder, die schwierige Themen zu Leben und Tot noch nicht so gut begreifen könnten. Ohne Zweifel hat diese Aktion unter allen Mitwirkenden Nachdenklichkeit ausgelöst und Eindruck hinterlassen. Und Yagmur Erdagi sprach dann das aus, was sicher viele der teilnehmenden Helfer und Helferinnen genauso empfanden: „Die Idee mit dem Friedhof war super“.

Text und Bild: Peter Oehmen

 

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