875 Jahre Ökumene in Ladbergen

Feierstunde – Auftritt der Lollipops

Am 30. Juni 2024 wurde statt Open Air in der Evangelischen Kirche Ladbergen groß gefeiert

Pressemitteilung

875 Jahre Ökumene in Ladbergen

„Es gilt, über den Kirchturm hinaus zu schauen“  

Anders als geplant wurde die am 30 Juni für 10 Uhr unter dem Motto „875 Jahre Ökumene in Ladbergen“ angesetzte Open-Air-Veranstaltung nun doch witterungsbedingt in die ev. Kirche verlegt. Die Kirchenreihen waren gut gefüllt als der Posaunenchor unter Leitung von Angelika Möller die Gäste mit der Europahymne begrüßte, gefolgt von einem Auftritt der Kindergarten- und Grundschulkindergruppe „Lollipop“ unter der Leitung von Jessica Eising (vertretungsweise für die erkrankte Ines Albers).

Mit „Das ist toll, dass ihr da seid“ bezauberten die Kinder mit Mitmach-Gesten das Publikum im Handumdrehen. Organist Edwrin (Eddi) Kohnhorst komplettierte die musikalische Begleitung. Pastorin Dörthe Philipps wies in ihrer Eröffnungsansprache mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass man hier, anders als bei dem Dortmunder EM-Spiel, wenigstens im Trockenen feiern könne. Derart aufgelockert folgten die Kirchenbesucher gerne ihren Ausführungen zur Geschichte der Ökumene in Ladbergen, die ihren Ursprung im Streit zwischen Lengerich und Ladbergen gehabt habe, da die Christen aus der Bauerschaft Hölter und vom Hof Kohnhorst (vorm. Kodenhorst) ihre Abgaben nicht mehr Lengerich entrichten wollten. In einer von den Bischöfen in Münster und Osnabrück bestätigten Urkunde aus dem Jahr 1149 wurde die Abkopplung der Orte von Lengerich besiegelt. Das markierte den Beginn der Ökumene in Ladbergen, die sich, ausgehend von der damaligen einen, katholischen Kirche, über den Bau einer Kapelle vor ca. 600 Jahren, bis zur Einweihung der evangelischen Kirche im Jahr 1856 entwickelt habe, führte sie aus. Die Ökumene als „Eine Kirche“ habe in Ladbergen somit eine lange Tradition.

begleitet von Organist Eddi Kohnhorst spielt Posaunenchorleiterin Angelika Möller ein Solo

Im weiteren Verlauf der Feststunde wurde der sorgfältig ausgewählte Musikbeitrag „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ zum maßgeblichen Thema. Pfarrerin Philipps nahm am Beispiel eines Satzes „Jesus war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen“ aus dem Markusevangelium darauf Bezug. Dass Jesus selbst im Auge des Orkans, mitten in Angst und Not, die Ruhe bewahrt habe und sich dann die Wogen des See Genezareth glätteten, sei auch auf die Stürme aller Zeiten in Ladbergen übertragbar, kommentierte Philipps. Von der Türkengefahr über die Unruhen der Reformation, von der Pest über die vielen Kriege, die auch viele Ladberger nicht ungeschoren haben davonkommen lassen, habe die Solidarität im Glauben den Menschen immer geholfen, zuversichtlich zu bleiben und Wege aus der Not zu finden. Das gelte auch heute noch. Die Kollekte des Tages würde daher ökumenischen Projekten in der Ukraine zugutekommen.

Von katholischer Seiter nahm Pater Hans-Michel Hürter den Faden auf. Er sei als Junge mit seinem Onkel oft auf der Bootsgattung „Optimist“ segeln gewesen. Das und das im Programmheft als Boot ohne Segel stilisierte Logo seien schöne Bilder, die zeigen, worauf es ankommt, führte er aus. Es liegt an uns die Segel zu sein, denn auf die Mannschaft, Frauschaft, Crew kommt es an. Zum einen sei aufrichtiges „Hören“ wichtig, zum anderen solle versucht werden, die Stimme anderer ins Herz aufzunehmen. Als dritter Punkt sei „Synodalität“ wichtig. Das gehöre zur DNA der evangelischen Kirche, aber die katholische Kirche habe sich mehr recht als schlecht dazu verhalten, bedauerte Hürter. Das gelte es, neu zu entdecken, zumal durch die Umstrukturierungen unserer Zeit nichts bleibt wie es einmal war. „Es gilt, über den Kirchturm hinaus zu schauen“ schloss er seinen Vortrag. Pfarrerin Philipps knüpfte daran an und lud alle Interessenten ein, den Kirchturm der Kirche zu besteigen. Ökumene bedeute nichts anderes als „Kirche auf der ganzen Welt“, ergänzte sie. Wer wolle könne auch einen Schlüsselanhänger mit der Zusage „Ich bin dabei“ erwerben. Das bedeute dabei zu sein und auch in Zukunft die Welt im „Optimisten“ durch zu schippern.

Familie Bockhoff beim Aufstieg in den Glockenturm   Leo Sparrenberg trotzte Wind und Wetter und nahm auf höchster Höhe der Kirche in der „Laterne“ die Besucher im Empfang

Von den Angeboten, vor allem der selten angebotenen Turmbesteigung, machten viele Gebrauch, nachdem das Geläut abgestellt wurde. „Den Kindern fällt es am leichtesten“, gab Familie Bockhoff zu Protokoll, deren Jüngste die engen Stiegen und Luken spielerisch krabbelnd meisterte ohne nur einmal den Kopf unter den Querbalken einziehen zu müssen. Die Besucher wurden durch den seltenen Anblick der vier Glocken und, nachdem sie von Leo Sparrenberg in lichter Höhe in der „Laterne“ in Empfang genommen wurden, mit einem phantastischen Rundum-Blick bis zum Horizont belohnt.

Text und Bild: Peter Oehmen

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