50-jähriges Priesterjubiläum von Günter Witthake

Pfarrer Günter Witthake (5. V. li.) neben Kaplan Linson Thomas, Pfarrer Peter Kossen und Pater Hans- Michael Hürter, umringt von Mitarbeiterinnen der Kirche Seliger Niels Stensen mit ihren Kindern

Festgottesdienst und Feier in St. Margareta am 09.06.2024 um 10 Uhr

Günter Witthake – 50 Jahre im Dienst der Menschen in seinen Gemeinden

Pressebericht

Schlicht und einfach sollte die Messe sein, hatte sich Günter Witthake ausbedungen, ohne Wirbel und Geknipse zwischendurch. Er wollte ganz für die Gemeinde da sein und mit den anwesenden Glaubenszeugen nicht das Priesteramt „feiern“, das wäre angesichts der Weltlage und der Situation der Kirchen nicht passend, sondern nur Danken für die Gegenwart der Gläubigen und die Allgegenwart Gottes. Vielleicht war der Gottesdienst zum 50-jährigen Priesterjubiläum von Günter Witthake grade deswegen so feierlich.

Viele Weggefährten des leidenschaftlichen Priesters, wie z.B. die Ordensschwestern Saera, Theresia und Visitation vom Orden der Teresianischen Karmelitinennen (CTC) aus der ehemaligen Wirkungsstätte Witthakes an der Lohburg bei Ostbevern, waren angereist, um sich am 09. Juni um 10 Uhr in der St. Margareta-Kirche in die große Zahl der Gratulanten einzureihen. Der Kirchenchor unter Leitung von Dr. Jan Kampmeier, Veronika Schulze-Zumloh an der Orgel sowie der Saxophonist Hermann Gemke, zugleich Nachbar von Günter Witthake, sorgten für den passenden musikalischen Rahmen. Mit Bezug auf die Lesung zur Schöpfungsgeschichte, bei der Pastor Peter Kossen mit manchen Fehlinterpretationen auf Grund von Übersetzungsfehlern aufräumte, die Jahrzehnte lang zu Lasten der Frauen ausgelegt wurden (Vorwurf vom Sündenfall), schlug Kossen den Bogen zu Witthakes langjähriger Tätigkeit als Lehrer. Dieser habe in seinem Amt auch die Bedeutung von Wissen, Erkenntnis und Erduldungsfähigkeit erfahren sowie die Bedeutung des Glaubens als Bedingung für wahre menschliche Freiheit und daraus in der Gründung einer eigenen Stiftung zur Förderung von Frauen und Kindern in Afrika eine ganz persönliche Antwort gefunden. Wahrheit, Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden seien das, was Gemeinde ausmacht, schloss Kossen seinen Vortrag.

Nach der Kommunion, die von einem berührenden Saxophon-Solo zu Leonhard Cohens „Halleluja“ begleitet wurde, gratulierte der Pfarreiratsvorsitzender Daniel Narberhaus dem Jubilar im Namen der Gemeinde und gab eine Anekdote für die unkonventionelle Überzeugungsarbeit Witthakes zum Besten: Ein Zwiegespräch des Priesters mit einer Babypuppe zu Weihnachten, mit der der findige Pädagoge das „Christkind“ nach seinen Weihnachtswünschen gefragt hatte.

Während der etwa 20-minütigen folgenden Ansprache, in der Günter Witthake die Stationen seines Lebens skizzierte, zog er die Gemeinde in seinen Bann. Er habe nie den sogenannten Glockenschlag zur Berufung gehört, bekannte Witthake. Auch wäre nie der Blitz in ihn gefahren. Die Frömmigkeit im katholischen Elternhaus war zwar da, aber auch die war „wohldosiert“.

Erster ausschlaggebender Grund war dennoch die Familie. Die Erkenntnis, dass es drauf ankommt, dass man das, was man für richtig hält, auch zu leben versucht, kam durch das, was die Eltern vorgelebt hatten. Was Glaube bedeutet habe er zudem durch den frühen Tod seiner Schwestern erfahren, von denen die jüngste mit achteinhalb Jahren in Sichtweite der Kirche verstorben war. Wie die Eltern damit gelebt haben und umgegangen sind habe ihn imponiert, erklärte Witthake sichtlich berührt. Zu Beginn seiner Priesterschaft habe der kluge Vater ihn gelobt wie gut es sei, dass er die Arme zum Gebet nicht eng, sondern weit ausgestreckt habe, denn die Kirche müsse offen sein. Die weniger redefreudige Mutter dagegen habe ihm alles was sie ihrem Sohn wünschte in die Gewänder gestickt, die er bis heute noch trage, beschrieb Witthake den Einfluss seiner Eltern.

Der zweite Grund für seine Berufung war die Art wie er in Lengerich im Einzugsgebiet der Lindenstraße aufgewachsen war, Fussball spielend unter vielen gleichaltrigen, die sich dann als Messdiener in der Kirche trafen und dort Gemeinschaft und die Gemeinde fanden. Auch wenn es wie überall „spitze Zungen“ gab und nicht immer alles eitel Sonnenschein war, habe ihn das bis heute getragen und geprägt.

Als dritten Grund führte er das Engagement der damaligen Kapläne wie Hermann Josef Silberberg an. Von dieser „Volkskirche“ habe er in dem Maße profitiert, wie er heute den Niedergang bedaure. Volkskirche sei jede/r Anwesende/r in der Gemeinde betonte er weiter, daher gelte auch jedem Einzelnen sein Dank. Die Erfahrungen und Erlebnisse, die „durch ihn durchgegangen“ waren, habe er immer auch gerne weitergegeben. Dadurch dass Pfarrer Lammers aus Ibbenbüren ihm „Hausbesuche“ beibrachte, habe er zudem erfahren, dass Glaube durch Miteinander entsteht. Diesem Credo folgend habe er sich allen Aufgaben auf seinem Weg gestellt, sei es an der Lohburg in Ostbevern oder in Tecklenburg, nicht ohne gelegentlich auch Zweifel oder Kritik z.B. am Versetzungsgebaren der Bischöfe zu haben. Der Priester ist zum Gehorsam verpflichtet. Witzigerweise habe aber Bischof Tenhumberg bei seiner eigenen Weihe vergessen, ihm das Gelöbnis abzunehmen, so dass er es aus eigenem Antrieb nachliefern musste, was heute undenkbar erscheint, da es kaum noch Priesteramtskandidaten gibt. Hier gilt es durch gelebtes Beispiel zu überzeugen. Mit Standing Ovation dankte die Gemeinde Günter Witthake schließlich für seine offenen Worte.

Alle fanden sich im Anschluss bei bestem Wetter auf dem Pfarrhof und im Gemeindehaus wieder, wo ein Sektempfang und üppige Buffets auf die Gäste warteten. Peter Kossen, das Seelsorgeteam und die Pfarrhausangestellten überreichten dem Bier-Liebhaber zwei große Gebinde mit Flaschen unterschiedlichster Herkunft und reihten sich ein in die große Zahl derer, die Günter Witthake mit einem Beitrag zu Gunsten der von ihm gegründeten Stiftung gratulieren und danken wollten.  

Text und Bild Peter Oehmen (Foto aus dem Gottesdienst von Marianne Roggenland)

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