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Der Dialogprozess in unserer PfarreiDer von der Deutschen Bischofskonferenz im Sommer 2011 unter der Bezeichnung „Initiative Pfingstbrief“ angeregte Dialogprozess hat in unserer Pfarrei Seliger Niels Stensen eine positive Resonanz erfahren. Die ersten Gesprächsabende im Herbst des vergangenen Jahres haben aufschlussreiche und durchaus zielführende Diskussionen in Gang gesetzt. Als Information und Anregung für alle Gemeindemitglieder möchte ich versuchen, den bisherigen Prozess hinsichtlich des Verlaufs und der ersten Ergebnisse zu skizzieren. Im Sommer 2011 wurde die Idee des Dialogprozesses vom Diözesankomitee im Bistum Münster aufgegriffen und konkretisiert. Den Gläubigen in den Gemeinden wurde die Möglichkeit gegeben, bis zum 1. Advent 2011 Kritik an den kirchlichen Strukturen aber auch Hoffnungen vorzutragen und in schriftlicher Form einzureichen. Die vom Diözesankomitee herausgegebenen Handreichungen sollten dabei dem Einstieg in den Dialog und einer gewissen Strukturierung dienlich sein. Hierzu wurden drei Fragenkomplexe als Diskussionsgrundlage in den Mittelpunkt gestellt: Was beunruhigt mich am derzeitigen Zustand der Kirche und hindert mich an meinem Glaubensleben? Wegen zeitlicher Überschneidungen mit anderen Aufgaben in den Gemeinden wurde zwischenzeitlich die Abgabefrist bis zum 31.03.2012 verlängert. Unser Pfarrgemeinderat hat den ursprünglichen Terminplan eingehalten und Ende 2011 die Ergebnisse der Gesprächsrunden nach Münster geschickt. Bis zum Februar waren hier bereits 130 Rückmeldungen eingegangen. In einer ersten Rückmeldung an die beteiligten Gemeinden heißt es unter anderem, dass man beeindruckt sei von der Vielfalt und Tiefe der Aussagen. Bezüglich der Auswertung setzt man auf die Mitarbeit einer Absolventin der theologischen Fakultät der Universität Münster, die ihre Abschlussarbeit über den Pfingstbrief schreibt. Im Übrigen hofft man, dass erste Ergebnisse zum Katholikentag in Mannheim vorgelegt werden können. Diese Mitteilungen stimmen zuversichtlich und lassen hoffen, dass der initiierte Dialogprozess zielführend fortgesetzt wird und die Rückmeldungen aus den Gemeinden nicht in den Schubläden verschwinden. Nach Ablauf der ersten Gesprächsabende in den Gemeinden St. Christophorus, St. Michael, Maria Frieden und St. Margareta sowie einer Fragebogenaktion hat sich der Pfarrgemeinderat in seiner Klausurtagung im November in Thuine einen ersten Überblick über vorgetragene Kritiken und Vorschläge verschafft. Aufgrund der ermutigenden Rückmeldungen hat das Gremium den Beschluss gefasst, den Dialogprozess kontinuierlich weiter zu führen. Es ist beabsichtigt, damit interessierten Gemeindemitgliedern ein Forum zu bieten, Meinungen, Stimmungen und Anregungen für eine Kirche der Zukunft vorzutragen. Für das Glaubensleben in unserer Pfarrei kann der Diskussionsprozess insoweit unmittelbar hilfreich sein, um Stimmungen an der Basis aufzunehmen und Anregungen auch umzusetzen. Im Rückblick auf die ersten vier Gemeindeversammlungen ist zu sagen, dass sie insgesamt recht gut besucht waren. Mit einer Ausnahme waren jeweils 25 bis 30 Interessierte der Einladung gefolgt. Ebenso erfreulich war der Rücklauf bei der Fragebogenaktion. Mehr als 60 Gemeindemitglieder nutzten die Gelegenheit, ihre Meinungen und Anregungen in teilweise recht ausführlicher und differenzierter Form mitzuteilen. Bereits nach diesem ersten Einstieg in den Dialogprozess lässt sich sagen, dass der Leitspruch „Der Weg ist das Ziel“ hier wiederum zutrifft. Die Atmosphäre der Gesprächsrunden hat gezeigt, dass der Austausch der Meinungen über den Zustand der Kirche und die Aktivitäten in den Gemeinden unserer Pfarrei dazu ermuntern, den Dialogprozess fortzusetzen und den Gedankenaustausch zu vertiefen. Die drei vorgegebenen Leitfragen haben in ihrer dienenden Funktion wesentlich dazu beigetragen, mit kritischem Blick, erwartungsvollen Hoffnungen und konstruktiven Ideen den Weg miteinander zu gehen. Eine erste inhaltliche Bilanz der Gesprächsabende und der schriftlichen Stellungnahmen in den Fragebögen zeigt ein breites Spektrum und die Meinungsvielfalt darüber, in welcher Form Kirche der Zukunft Bestand haben kann und wie sich Gemeinde verändern bzw. entwickeln kann. Sehr aufschlussreich sind vor allem auch die Ausführungen in den Fragebögen, die im Einzelnen eine gute Grundlage bilden für weitergehende und vertiefende Diskussionen. Hinsichtlich einer ersten Strukturierung lässt sich eine Zweiteilung der Stellungnahmen vornehmen: Zum einen sind es die Äußerungen zur Glaubwürdigkeit der Kirche im Allgemeinen. Hier werden vor allem allgemein bekannte Probleme genannt: Priestermangel, Rückgang des Kirchenbesuches, Spagat zwischen Tradition und Modernisierung in der Kirche, Diakonat der Frauen, wiederverheiratete Geschiedene, um nur einige der häufig genannten Kritiken zu nennen. Auf der anderen Seite sind es die Erwartungen und Anregungen, die sich konkret auf das Miteinander und das Zusammenwachsen in unserer großen und noch recht jungen Pfarrei beziehen: Aufbruch nach der Fusion und die Möglichkeiten der Großpfarrei positiv nutzen, Ökumene vor Ort vertiefen, Ortsgemeinde als Heimat im Glauben, Ideen des 2. Vatikanum auffrischen, Anzahl und Form der Gottesdienste. Bei den vielen weiteren Vorschlägen werden verständlicherweise auch Unterschiede in den jeweiligen Gemeinden deutlich. Es ist zu diesem Zeitpunkt und an dieser Stelle kaum möglich, die Breite und Vielfalt der Ergebnisse zu bündeln oder zusammenzufassen. Eine Arbeitsgruppe aus dem Pfarrgemeinderat wird in den nächsten Wochen gezielt inhaltliche Schwerpunkte aus den bisherigen Rückmeldungen ableiten. Diese werden sicherlich eine gute Grundlage für eine Fortsetzung der Gespräche sein, vor allem die Anmerkungen und Anregungen, die sich auf das Miteinander der Gemeinden und der Pfarrei beziehen. Ich gehe davon aus, dass wir aufgrund des vielversprechenden Einstiegs die begonnenen Gespräche im Herbst fortsetzen. Im Folgenden haben Sie die Möglichkeit, als stichwortartige Zusammenfassung die Ergebnisse der ersten Gesprächsrunde und die Aussagen der Fragebögen nachzulesen. Alois Thomes, Vorsitzender im Pfarrgemeinderat |
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