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Die Geschichte der Pfarrgemeinde „Maria Frieden“ in Lienen

Die Situation nach dem Krieg:

  • Flüchtlinge und Ausgebombte kamen nach Lienen und suchten nach einer Möglichkeit, einen sonntäglichen Gottesdienst mitzufeiern.
  • Besuch der Gottesdienste in den angrenzenden Nachbargemeinden.
  • Bauer Schlingermann in Kattenvenne stellte später einen Raum zur Verfügung.
  • In Lienen traf man sich in der evangelischen Kirche zum Gottesdienst

Der Chronist vermerkt an dieser Stelle:
„Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Konfessionen wurde von Anfang an als gut bezeichnet. Natürlich waren weiterhin Befremdungen vorhanden. Ein gutes Beispiel ist der Gebrauch von Weihrauch.
So bittet die evangelische Kirchengemeinde am 15.8.1950 Pastor Garske den Gebrauch von Weihrauch nach Möglichkeit einzuschränken.
Der Weihrauchgebrauch war nur dann gestattet, wenn anschließend gelüftet wurde.“
Diese Aussagen mögen heute ein wenig zum Schmunzeln anregen.
Wichtig ist jedoch festzuhalten, dass schon damals von evangelischer Seite ein Zeichen der Ökumene gesetzt wurde.

Obwohl in der Folgezeit viele Katholiken Lienen wieder verließen (700 Katholiken blieben) wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche immer stärker.

  • 1952 -  Erwerb eines Grundstücks vom Bauer Saatmann und 1. Spatenstich.
    Kirche erstand nach den Plänen von Baurat Bocklage im Rundbogenstil
    Bauaufsicht Architekt Stahlschmidt aus Lienen,
    Bauausführung durch  das Baugeschäft Herbermann aus Glandorf

An dieser Stelle vermerkt der Chronist:
„Hinzu kam die Hilfe von Männern aus der Gemeinde, die nach Feierabend bis in die Dunkelheit hinein bei den Bauarbeiten mithalfen. Ihre Zahl betrug immer um die 30 Personen.“

Dank gilt an dieser Stelle allen Männern und Frauen, die auf unterschiedliche Weise den Bau dieser Kirche ermöglicht haben.
Besonders erwähnen möchte ich Pastor Garske, der in der Zeit von 1946 bis 1961 Pfarrer in Lienen war.
Er hat die junge Gemeinde entscheidend mitgeformt und durch den Kirchbau dazu beigetragen, dass viele Flüchtlinge oder Heimatvertriebene in Lienen im christlichen Sinne ein neues Zuhause gefunden haben.
Aus dieser Sicht ist auch wohl der Name der Kirche „Maria Frieden“ zu verstehen.

Am 10. Mai 1953 weihte dann Weihbischof Heinrich Baaken die neu erbaute Kirche ein. 

Der Chronist vermerkt an dieser Stelle:
Der Gottesdienst am Sonntag fand um 7 Uhr, 9 Uhr und 10.30 Uhr statt.
Am Abend um 20 Uhr fand eine Andacht statt.
Von den 684 Katholiken besuchten durchschnittlich 320 die Sonntagsliturgie

In den folgenden Jahren wurde die Kirche weiter ausgestaltet. Es waren viele Spender, die in der Folgezeit den weiteren Ausbau ermöglichten. Ich denke da zum Beispiel an:

  • die Holzstatuen (Maria und Josef), 
  • das Kreuz im Altarraum,
  • das Taufwasserbecken,
  • den Kreuzweg,
  • die neue Glocke,
  • die neue Orgel,
  • oder in neuerer Zeit an den neu gestalteten Tabernakel sowie den Innenanstrich der Kirche.

 

Neben der Kirche in Lienen stehen heute das Pfarrheim und das Pfarrhaus.

Blick auf das Gemeindehaus

Zur Pfarrgemeinde „Maria Frieden“ gehört auch das Sankt-Franziskus-Gemeindehaus in Kattenvenne.

Im Oktober 1994 wurde das 25 jährige Jubiläum unter Leitung von Pastor Büchter feierlich begangen. Er bezeichnet das Gemeindehaus als Ort, in dem Gemeinschaft erfahrbar werde. Zu diesem Festtag wurde auch der Glockenturm eingeweiht. In einem Festbeitrag weist Pastor Lötters von der evangelischen Seite auf die Verwandtschaft der beiden Kirchengemeinden  hin und betont, dass zahlreiche ökumenische Schritte unternommen worden seien.

So wie in der Anfangszeit gibt es auch heute in unserer Gemeinde in Lienen und Kattenvenne viele ehrenamtlich Tätige, die nicht nur dazu beitragen, dass die Bausubstanz unserer Pfarrkirche erhalten oder sogar verbessert wird, sondern sie übernehmen auch Verantwortung, so dass wir eine lebendige Kirchengemeinde sind.

Ob Pfarrfest, Fastenessen, Seniorentreffen, Sternsingeraktion, Messdienerstunde oder Glaubensgesprächskreis, das Pfarrheim bietet Raum für die vielen Aktivitäten in der Gemeinde.

Mit der Bildung der Seelsorgeeinheit kam Pastor Uwe Nachtwey zu uns. Wenn heute Kinder im Pfarrhaus spielen, dann bedeutet das nicht die Auflösung des Zölibats, sondern Pastoralreferent Norbert Brockmann wohnt dort mit seiner Familie und verstärkt mit seinen Ideen das Gemeindeleben.

 

 

 

 

Geistliche Betreuung der Katholiken in Lienen

Kaplan Josef Maiboom Pfarrer Otto Beckmann
• Herbst 1944 - April 1946 • 3.9.1978 - 15.7.1984
   
Pfarrer Franz Garske Kaplan Dr. Dieter Hattrup
• 21. Mai 1946 - 28.8.1961 • 12.8.1984 - 28.8.1987
   
Pfarrer Georg Schneider Pfarrer Josef Groll
• 25.8.1961 - Juli 1970 • kurze Vertretung
   
Pfarrer Josef Zumhasch Kaplan Achim Klaschka
• 7.7.1970 - Frühjahr 1975 • 13.9.1987 - 28.5.1988
   
Pater Markus Schulz Pastor Alfred Büchter
• 25.5.1975 - 4.6.1978 • 29.5.1988 - 24.5.2000
   
Pfarrer Josef Niermann  
Pfarrverwalter Juni - August 1978  
   

Bildung der Seelsorgeeinheit

 Lengerich/Leeden, Lienen/Kattenvenne  am 7. Juli 2001

 

Pastoralreferent Norbert Brockmann – zuständig für „Maria Frieden“

Pfarrer Uwe Nachtwey

  • 11.6.2000   -  2002

Pfarrer  em. Georg Diekmann (ehemaliger Dechant und Pastor von Tecklenburg)
Dechant Martin Weber
übernimmt nach dem Weggang von Pastor Nachtwey vorübergehend die Stelle des Pfarrverwalters.

Die Geistlichen der Seelsorgeeinheit im  November 2003
Pastor Falkenberg – Leiter der Seelsorgeeinheit
Pfarrer Antony Kotackal
Pfarrer Paul Greiwe, Diözesanpräses
Pfarrer em. Georg Diekmann
Pater Hans-Michael Hürter , M.Afr.

Fusion zur neuen Pfarrgemeinde „Seliger-Niels-Stensen“ 11.06.2006

  • St. Margareta Lengerich
  • Maria Frieden Lienen
  • St. Michael Tecklenburg
  • St. Christopherus Ladbergen

 

Leitspruch der neuen Kirchengemeinde

“Mit Christus als Mitte,
in Gemeinschaft aller
und Heimat vor Ort
den Glauben erfahrbar machen

Schwester Miriam
Pfarrer Diekmann - Goldenes Priesterjubiläum im Dez. 2004

Der Weg zur Fusion war nicht immer einfach, Fragen mussten geklärt und Bedenken ausgeräumt werden. Eine gute Vorarbeit dazu leistete Dr. Alois Thomes als Vorsitzender des Rats der Seelsorgeeinheit. Im Herbst 2006 fanden Neuwahlen zum Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand statt. Die neuen Gremien müssen in der flächenmäßig größten Pfarrgemeinde des Bistums Münster nun sprichwörtlich "flächenübergreifend" arbeiten. Das Pfarrbüro ist in Lengerich untergebracht und der Pfarrdialog erscheint 14 tägig in allen Teilgemeinden. In Maria Frieden sind die einzelnen Gruppen weiter aktiv, wie man aus dem Internet entnehmen kann. Anne Holtmeyer ist als Schwester Miriam in den Orden der Thuiner Schwestern eingetreten.

Man ist bemüht, sich in der Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen abzusprechen und Gemeinsamkeiten aufzubauen. So entstehen gemeinsame Glaubenswochen, Kommunion- und Firmvorbereitungen, Vorträge zu Niels Stensen und vieles mehr.

Am 21.12.2008 verstarb nach langer Krankheit Pfarrer em. Georg Diekmann. Er war in seiner Amtszeit Dechant und hat als leitender Pfarrer in Tecklenburg vieles in Bewegung gesetzt. Auch im Ruhestand, seinen Wohnsitz hatte er in Lienen, setzte er sein priesterliches Wirken dort fort, wo er gebraucht wurde. Viele haben durch seinen Tod einen vorbildlichen Seelsorger verloren.

Im Dezember 2008 sieht das Seelsorgeteam nach dem Weggang von Pfarrer Antony, Pater Varghese und Pfarrer Paul Greiwe wie folgt aus:

 

  • Pfarrer Günther Falkenberg
  • Pastoralrefernet Norbert Brockmann
  • Hans-Michael Hürter
  • Pfarrer Dr. Julius Kafuti
  • Pater Benny Vallor
  • Diakon Mann
  • Schwester Marietheres

Veränderungen

Pfarrer Dr. Julius Kafuti verlässt am 27. Juni 2010 die Gemeinde, um in Greven eine neue Aufgabe zu übernehmen. Pfarrer Günther Falkenberg verabschiedet sich aus Krankheitsgründen am 11. Juli 2010 von seiner Tätigkeit als leitender Pfarrer und geht als vicarius cooperator nach Neubeckum. Münster bestimmt Kaplan Claus Themann aus Stadtlohn in der Zeit der Vakanz zum Pfarrverwalter. Am 14. November wird Pfarrer Jasbinschek aus Warendorf seine neue Aufgabe in der Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen übernehmen.

Am 11. September 2010 kann Schwester Miriam in Thuine ihren Profess feiern.Ihr Vater Werner Holtmeyer, der sich über lange Jahre für die Belange der Pfarrgemeinde aktiv eingesetzt hat, stirbt überraschend am 28. September.

Claus Themann (Pfarrverwalter)
Karl Jasbinschek (ltd. Pfarrer)
Günther Witthake
 

Das Gemeindeleben geht weiter

Im Jahr 2011 gibt es auch in Lienen viele Aktivitäten, um die Menschen anzusprechen. Oster- und Weihnachtsbrief informieren, im Pressespiegel oder im Archiv der Homepage kann man Einzelheiten nachlesen. Norbert Brockmann ist mittlerweile der Dienstältesete in unserer Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen. Eugen Chrost ist als Diakon dazugekommen, Günther Witthake, ehemaliger Leiter der Loburg, und Pfarrer Roling verstärken das Seelsorgeteam

Pater Markus verstorben

Pater Markus (links) bei der Einweihung des Pfarrheims am 1. Mai 1977, Bischof Lettmann (rechts)

Am Montag, 19.09.2011, verstarb Pater Markus, ein ehemaliger Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Maria Frieden in Lienen im Alter von 72 Jahren. Er wird heute (Freitag, 23. Sept.) beerdigt. Das Seelenamt ist in St. Albertus Magnus in Lippetal-Hovestadt, anschließend die Beerdigung auf dem Parkfriedhof Werl. Vor genau 50 Jahren ist er bei den Franziskanern in Dietfurt eingetreten. Pater Markus Wilhelm Schulz OFM, übernahm am 25. Mai 1975 die Pfarrstelle in Lienen. Das Leben der Pfarrgemeinde zu aktivieren und den Zusammenhalt der Gemeindemitglieder zu fördern, sah Pater Markus als seine dringlichste Aufgabe an. Wichtigste Voraussetzung dazu schien ihm, den in der Gemeinde zu damaliger Zeit diskutierten Plan zu verwirklichen, ein Pfarrheim zu errichten. Dafür setzte er sich unermüdlich bei der Gemeinde und dem Bistum ein. Schon im Februar 1976 konnte er der Gemeinde dann mitteilen, dass für den Bau eines Pfarrheimes 200.000 DM bewilligt wurden. Der Grundstein für das Pfarrheim wurde am 24. Oktober 1976 gelegt. Pater Markus, gelernter Maurer, packte unermüdlich zusammen mit vielen Gemeindemitgliedern mit an, so dass bereits am 12. November 1976 Richtfest gefeiert werden konnte. Pater Markus hatte viele Beziehungen, so dass auch die Innenausstattung des Pfarrheimes kostengünstig blieb. Am 01. Mai 1977 wurde das Pfarrheim dann schon eingeweiht und mit viel Leben gefüllt.

Auch das Innere der Kirche Maria Frieden sollte so gestaltet werden, wie es die Liturgiereform für die Gottesdienste wünschte. Mit Fleiß und Eifer gingen Pater Markus und die Gemeinde auch hier ans Werk. Schon bald konnte die Eucharistie der Gemeinde zugewandt gefeiert werden. Pater Markus organisierte auch Ferienfreizeiten in Maria Frieden. Angefangen hatte er damit, mit den Messdienern eine Fahrt ins Sauerland zu machen. Vor seiner Versetzung hatte er schon für die Sommerferien eine Ferienfreizeit für Kinder von Maria Frieden geplant, die dann von anderen Gemeindemitgliedern durchgeführt wurde. In den drei Jahren seines Wirkens hat er die Kirchengemeinde in Lienen wesentlich mitgestaltet.

Zwei Konfessionen in einer Kirche

Pfarrerin überreicht ihrem Amtskollegen die Schlüssel

Zwei Konfessionen nutzen künftig eine Kirche. Die katholischen Christen haben das Franziskus-Gemeindehaus aufgegeben und zelebrieren ihre Messen künftig sonntags um 8 Uhr in der evangelischen Kirche.

Herzlich willkommen.“ Mit diesen Worten empfing Verena Westermann, Pfarrerin der gemeinsamen Pfarrstelle Lienen/Kattenvenne, Pfarrer Karl Jasbinschek von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen Lengerich und überreichte ihm Schlüssel für Kirche, Glockenkasten und Sakristei. Wie berichtet, geben die katholischen Christen das Kattenvenner Franziskus-Gemeindehaus auf und zelebrieren ihre Messfeiern künftig in der evangelischen Kirche Kattenvenne. Mitgebracht hatten sie Kreuz, Leuchter, Hostienschale, Kelch, Evangeliar, Osterkerze, Schellen und die Holzstatue des heiligen Franziskus. „Wir freuen uns, dass wir so willkommen geheißen werden“, sagte Jasbinschek. Gemeinsam beteten evangelische und katholische Christen das Vaterunser und sangen das Lied „Lobe den Herren“. Danach gab es einen kleinen Empfang im Kirchanbau. Das katholische Franziskus-Gemeindehaus wird profanisiert (verweltlicht). Die Glocke, die gestern zum letzten Mal in Kattenvenne geläutet hat, kommt in Kürze nach Lienen. Foto: Wilhelm Schmitte

WN 1. Okt. 2012

Dieser Tag wurde mit einem festlichen Gottesdienst in St. Franziskus begonnen. Die Kattenvenner waren an diesem Tag nicht alleine. Der Kirchenchor aus Lengerich unter Leitung von Stefan Rauch unterstützte gesanglich den Gottesdienst. Aus allen Teilgemeinden waren Gläubige nach Kattenvenne gekommen, so dass das kleine Kirchengebäude bis auf den letzten Platz gefüllt war. Pastor Karl Jasbinschek, an diesem Tag in Konzelebration mit Pater Benny, würdigte die Arbeit der Kattenvenner, die in der Vergangenheit auf unterschiedliche Weise zum Bestand der Gemeinde beigetragen haben. Der Tag heute, so Pastor Jasbinschek sei nicht nur ein Tag des Abschieds, sondern gleichzeitig auch ein Neubeginn mit dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche. Dr. Alois Thomes dankte als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats dem Seelsorgeteam, das sich immer für einen Gottesdienst am Sonntagmorgen in Kattenvenne eingesetzt habe. Zum Schluss verlas Pastor Jasbinschek die Aufhebungsurkunde des Bischofs von Münster. Nach der anschließenden Litanei zogen alle Teilnehmer des Gottesdienstes in feierlicher Prozession zur evangelische Kirche, wo Pastorin Verena Westermann mit Teilen des Presbyteriums die Ankommenden erwarteten. Frau Maria Hochschulte durfte nach der Schlüsselübergabe die Kirchentür öffnen. Als langjährige Küsterin wird sie demnächst ab dem 7. Oktober in der evangelischen Kirche die Vorbereitungen zum Gottesdienst treffen.

Hier noch einige Fotos von Wolfgang Kühne

Geistliches Zentrum der Katholiken

Vor 60 Jahren wurde die katholische Kirche Maria Frieden geweiht. Den Jahrestag nehmen die katholischen Christen zum Anlass, am 12. Mai eine festliche Eucharistie zu feiern.

In diesen Tagen feiert die katholische Gemeinde Lienens den 60. Jahrestag der Weihe ihrer Kirche Maria Frieden.

Bis in die 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts lebten nur wenige Katholiken in Lienen. Sie besuchten die Gottesdienste in den benachbarten Gemeinden Bad Iburg, Glandorf, Hagen und Lengerich. Erst durch die Evakuierungen während des Zweiten Weltkriegs kamen katholische Familien aus Münster und anderen Städten des Bistums Münster nach Lienen und bildeten eine Gemeinde mit etwa 800 Katholiken.

Es wurden sonntags zwei Messen gefeiert. Mit der gemeinsamen Nutzung des evangelischen Gotteshauses durch beide Konfessionen entstanden kleinere Probleme. So heißt es im Protokoll einer Presbyteriumssitzung vom 15. August 1950, dass „nach Eingang verschiedener Beschwerden aus der Gemeinde über die Benutzung des Weihrauchs in unserer Kirche bei katholischen Gottesdiensten“ beschlossen wurde, „den Herrn Kaplan zu bitten, den Gebrauch des Weihrauchs nach Möglichkeit einzuschränken.“

Die Gemeinde wuchs in Folge der Vertreibungen bis 1946 auf 1500 Katholiken an. So kam auch der spätere Pfarrer von Maria Frieden, Franz Garske, nach Lienen. Nach der Rückkehr der Evakuierten in ihre Heimatstädte verblieb eine Kerngemeinde von 700 Personen.

Am 10. Mai 1953 wurde das Gotteshaus vom damaligen Weihbischof Heinrich Baaken feierlich konsekriert. Gleichzeitig wurde auch mit dem Bau des Pfarrhauses begonnen. Es konnte am 28. Mai 1953 bezogen werden. Für sämtliche Baukosten der Kirche und des Pfarrhauses, für die Bestuhlung in der Kirche und die Außenanlagen und für den Bau der Garage fielen 129?167,47 D-Mark an.

Am 1. Oktober 1953 wurde die Gemeinde zum Pfarrrektorat erhoben und war damit seelsorglich unabhängig. Der Chronik ist zu entnehmen, dass sonntags „um 7 Uhr die Frühmesse mit Ansprache, um 10.30 Uhr das Hochamt mit Predigt, abends um 20 Uhr eine Andacht“ gefeiert werden. „In beiden heiligen Messen sind sonntags zusammen durchschnittlich 320 Kirchenbesucher.“

Heute ist die Kirche Maria Frieden keine Pfarrkirche, das heißt keine Hauptkirche einer eigenständigen Pfarrei, mehr. Mit den Gemeinden in Ladbergen, Tecklenburg und Lengerich bildet Maria Frieden jetzt die Pfarrei Seliger Niels Stensen mit der Pfarrkirche St. Margareta in Lengerich.

Für die katholischen Christen in Lienen bedeutet das eine Neuorientierung. Sie sind eine engere Gemeinschaft mit den Katholiken der Diasporaregion im nördlichen Münsterland eingegangen.

Die ältesten Katholiken erinnern sich aber auch an die Gastfreundschaft der evangelischen Kirchengemeinde in den schweren Jahren nach dem Krieg. Sie bleibt auch deshalb unvergessen, weil sie zu einer Zeit gewährt wurde, in der das an manch anderem Ort so nicht möglich gewesen wäre.

Bei allen strukturellen Veränderungen der letzten Jahre in der katholischen Kirche, bei auch heute guten ökumenischen Kontakten zu den evangelischen Partnergemeinden in Lienen und Kattenvenne, bleibt die Kirche Maria Frieden das geistliche Zentrum aller Katholiken Lienens.

WN, 9.5.2013

Der damalige Bericht in der hiesigen Zeitung

Pfarrer Garske - Mitbegründer von Maria Frieden